Zwischen Binnenalster und Hauptbahnhof liegt mit der Hamburger Kunsthalle eines der bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands. Der Gebäudekomplex am Glockengießerwall prägt seit dem 19. Jahrhundert das kulturelle Zentrum der Hansestadt. Mehrere miteinander verbundene Museumsbauten bilden heute einen Ort, an dem sich Kunstgeschichte über viele Jahrhunderte hinweg nachvollziehen lässt. Aus bürgerlichem Engagement entstanden, entwickelte sich die Institution zu einer zentralen kulturellen Einrichtung Hamburgs.
Die Sammlung der Hamburger Kunsthalle umfasst Kunstwerke aus nahezu acht Jahrhunderten. Malerei, Skulptur, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie und Medienkunst bilden gemeinsam ein breit angelegtes Sammlungsprofil. Besucher können einen chronologischen Rundgang durch die europäische Kunstgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart verfolgen. Ergänzt werden die Ausstellungen durch wissenschaftliche Einrichtungen wie das Kupferstichkabinett, die Bibliothek und das historische Archiv.
Der folgende Beitrag stellt die Geschichte der Hamburger Kunsthalle, ihre architektonischen Besonderheiten sowie die wichtigsten Ausstellungen und Sammlungen vor. Ergänzend finden Sie praktische Hinweise zur Planung Ihres Museumsbesuchs.
Geschichte
Die Hamburger Kunsthalle entstand aus dem bürgerlichen Kulturleben der Hansestadt im 19. Jahrhundert. Bereits 1817 gründeten Hamburger Bürger den Kunstverein, der sich für die Förderung der bildenden Kunst einsetzte. Ziel dieser Initiative war es, langfristig ein öffentliches Kunstmuseum zu schaffen. Einen entscheidenden Schritt stellte das Jahr 1863 dar, als die Sammlungen des Kunsthändlers Georg Ernst Harzen und des Kaufmanns Johann Matthias Commeter der Stadt übergeben wurden. Diese Schenkungen bildeten den Grundstock der späteren Museumsbestände.
Der Bau eines eigenen Museums wurde vor allem durch Spenden Hamburger Bürger ermöglicht. Auf der ehemaligen Bastion Vincent der Hamburger Wallanlagen entstand ein Museumsbau nach Plänen der Architekten Georg Theodor Schirrmacher und Hermann von der Hude. Nach mehreren Jahren Bauzeit eröffnete die Hamburger Kunsthalle im August 1869 ihre ersten Ausstellungsräume.
Eine wichtige Phase der institutionellen Entwicklung begann 1886 mit dem Amtsantritt von Alfred Lichtwark als erstem Direktor der Kunsthalle. Unter seiner Leitung erhielt die Sammlung ein klares Profil. Lichtwark baute insbesondere den Bestand der Kunst des 19. Jahrhunderts aus und erwarb bedeutende Werke deutscher und französischer Künstler. Gleichzeitig gelang es ihm, wichtige Werke norddeutscher mittelalterlicher Kunst nach Hamburg zurückzuführen, darunter bedeutende Altäre aus der Region.
Sein Nachfolger Gustav Pauli setzte diese Entwicklung im frühen 20. Jahrhundert fort. Er erweiterte die Sammlung um Werke der modernen Kunst und förderte den Ausbau des Kupferstichkabinetts. Während der Zeit des Nationalsozialismus erlitt die Kunsthalle jedoch erhebliche Verluste, da zahlreiche Werke der Moderne beschlagnahmt wurden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann eine Phase des Wiederaufbaus der Sammlung. Direktoren wie Carl Georg Heise, Alfred Hentzen und Werner Hofmann erweiterten die Bestände durch gezielte Erwerbungen und Leihgaben. Gleichzeitig entwickelte sich das Museum zu einem international anerkannten Ort für Ausstellungen und kunsthistorische Forschung. Bis heute wird die Sammlung durch Schenkungen, Vermächtnisse und Ankäufe kontinuierlich erweitert.
Architektur
Der Gebäudekomplex der Hamburger Kunsthalle setzt sich aus drei miteinander verbundenen Bauwerken zusammen, die zwischen Binnenalster und Außenalster liegen. Diese Gebäude spiegeln unterschiedliche Epochen der Museumsarchitektur wider und dokumentieren zugleich die Entwicklung der Institution über mehr als ein Jahrhundert.
Der ursprüngliche Museumsbau entstand in den 1860er Jahren nach Entwürfen von Georg Theodor Schirrmacher und Hermann von der Hude. Der Backsteinbau orientiert sich stilistisch an der italienischen Renaissance und gehört zu den frühen Museumsbauten dieser Art in Deutschland. Charakteristisch sind die repräsentative Hauptfassade, Terrakotta-Medaillons mit Künstlerporträts sowie große Ausstellungssäle mit Oberlicht, die eine gleichmäßige Beleuchtung der Gemälde ermöglichen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Kunsthalle erweitert. Nach Planungen des Hamburger Baudirektors Fritz Schumacher entstand zwischen 1912 und 1919 ein zusätzlicher Museumsbau aus Muschelkalkstein. Dieser Erweiterungsbau besitzt eine zurückhaltendere architektonische Gestaltung und ist durch eine zentrale Rotunde geprägt. Durch den Neubau vergrößerte sich die Ausstellungsfläche erheblich.
Ein weiterer bedeutender Bauabschnitt folgte am Ende des 20. Jahrhunderts mit der Errichtung der Galerie der Gegenwart. Der von dem Architekten Oswald Mathias Ungers entworfene Bau wurde 1997 eröffnet und ist der zeitgenössischen Kunst gewidmet. Der Baukörper besteht aus einem kubischen Gebäude mit hellem Kalkstein und einem Sockel aus Granit. Im Inneren sorgt eine zentrale Halle für eine klare räumliche Struktur.
Alle drei Gebäudeteile sind heute miteinander verbunden und ermöglichen einen zusammenhängenden Rundgang durch die verschiedenen Sammlungsbereiche. Durch mehrere Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen wurde der historische Gebäudekomplex technisch angepasst und für den Museumsbetrieb des 21. Jahrhunderts weiterentwickelt.
Ausstellungen und Sammlungen

Die Sammlungen der Hamburger Kunsthalle umfassen rund acht Jahrhunderte Kunstgeschichte. Insgesamt gehören etwa 145.000 Kunstwerke zum Bestand des Museums, von denen ein Teil dauerhaft ausgestellt ist. Der chronologische Rundgang führt von mittelalterlicher Kunst über die Malerei des 19. Jahrhunderts bis zu Werken der internationalen Gegenwartskunst.
Neben den klassischen Gemäldesammlungen besitzt die Kunsthalle umfangreiche Bestände weiterer Medien. Dazu zählen Skulpturen, Druckgrafiken, Zeichnungen, Fotografien sowie Video- und Medienkunst. Ergänzt wird die Sammlung durch das Kupferstichkabinett mit mehr als 140.000 Zeichnungen und Druckgrafiken sowie durch wissenschaftliche Einrichtungen wie Bibliothek und Archiv.
Thematische Ordnung der Sammlungspräsentation
Der Bereich der Alten Meister umfasst Werke vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. Einen Schwerpunkt bildet die norddeutsche mittelalterliche Malerei mit Altären von Bertram von Minden und Meister Francke. Darüber hinaus sind Werke der europäischen Renaissance sowie der niederländischen und flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts vertreten, unter anderem mit Gemälden von Rembrandt, Pieter de Hooch und Anthonis van Dyck.
Die Sammlung des 19. Jahrhunderts zählt zu den wichtigsten Sammlungen dieser Epoche in Deutschland. Sie zeigt zentrale Entwicklungen von Klassizismus und Romantik über Realismus und Naturalismus bis zum Impressionismus. Besonders umfangreich ist der Bestand an Werken von Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge, Adolph Menzel und Max Liebermann. Auch französische Künstler wie Édouard Manet, Claude Monet oder Edgar Degas sind in der Sammlung vertreten.
Die Klassische Moderne umfasst Werke der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In diesem Bereich finden sich Arbeiten des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und anderer künstlerischer Strömungen der Moderne. Künstler wie Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Franz Marc und Edvard Munch gehören zu den wichtigen Positionen dieser Sammlung.
Mit der Galerie der Gegenwart verfügt die Hamburger Kunsthalle über einen eigenen Museumsbereich für zeitgenössische Kunst. Hier werden internationale künstlerische Positionen seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gezeigt. Die Sammlung umfasst Malerei, Skulptur, Installationen, Fotografie sowie Video- und Medienkunst.
Besondere Höhepunkte der Sammlungen
- Grabower Altar, Bertram von Minden, 1379–1383
- Thomas-Altar der Englandfahrer, Meister Francke, um 1424
- Simeon und Hanna im Tempel, Rembrandt, 1627
- Der Philosoph, Jean-Honoré Fragonard, um 1764
- Die Hülsenbeckschen Kinder, Philipp Otto Runge, 1805–1806
- Wanderer über dem Nebelmeer, Caspar David Friedrich, um 1817
- Nana, Édouard Manet, 1877
- Der Einzug Karls V. in Antwerpen, Hans Makart ,1878
- Affenfries, Franz Marc, 1911
- Revolution des Viadukts, Paul Klee, 1937
Der Rundgang durch die Hamburger Kunsthalle verbindet damit mehrere Jahrhunderte europäischer Kunstgeschichte in einem zusammenhängenden Museumsensemble und macht die Entwicklung künstlerischer Ideen vom Mittelalter bis in die Gegenwart nachvollziehbar.
Tickets, Preise und Angebote
Für den Besuch der Hamburger Kunsthalle stehen verschiedene Tickets zur Auswahl. Der reguläre Eintritt liegt bei 18,00 €, während ein ermäßigtes Ticket rund 9,00 € kostet. Ermäßigungen gelten für Studierende, Auszubildende, Menschen mit Schwerbehinderung. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt.
Neben Einzeltickets gibt es auch Familientickets. Für einen Erwachsenen mit Kindern kostet das Familienticket 14,00 €, während zwei Erwachsene mit Kindern 28,00 € zahlen. Für jedes Kind wird zusätzlich ein kostenloses Kinderticket benötigt.
Auch Gruppen können Tickets zu einem günstigeren Preis kaufen. Ab 8 Personen kostet der Eintritt pro Person 16,00 €. Gruppen sollten ihren Besuch vorher anmelden.
Museen in der Umgebung der Hamburger Kunsthalle
Die Hamburger Kunsthalle zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen Deutschlands und vereint Meisterwerke vom Mittelalter bis zur Gegenwart in einem weitläufigen Museumsensemble. In der näheren Umgebung laden weitere Museen und kulturelle Einrichtungen dazu ein, Hamburgs vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken.
Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos
Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten von der Hamburger Kunsthalle in München.
Adresse
Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall 5
20095 München
Deutschland
Öffnungszeiten
- Montag geschlossen
- Dienstag bis Mittwoch
10:00 – 18:00 Uhr - Donnerstag
10:00 – 21:00 Uhr - Freitag bis Sonntag
10:00 – 18:00 Uhr
Kontakt
- Telefon:
+49 40 428131-200 - Website:
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