Internationales Maritimes Museum Hamburg

Mitten in der historischen Speicherstadt widmet sich das Internationale Maritime Museum Hamburg der Geschichte der Seefahrt und ihrer Bedeutung für Handel, Technik und kulturellen Austausch. Hamburg gilt seit Jahrhunderten als „Tor zur Welt“. Vor diesem Hintergrund nimmt die Institution eine besondere Rolle im kulturellen Leben der Stadt ein. Auf mehreren Ebenen dokumentiert sie die Entwicklung der Schifffahrt von frühen Bootstypen bis zu modernen Hochseeschiffen. Besucher begegnen hier einem Themenfeld, das eng mit globalen Handelswegen, wissenschaftlicher Entdeckung und maritimen Traditionen verbunden ist.

Die Sammlung verfolgt das Ziel, maritime Geschichte in ihrer ganzen Breite sichtbar zu machen. Grundlage bildet die umfangreiche Kollektion des Journalisten und Verlegers Peter Tamm, die über Jahrzehnte zusammengetragen wurde. Modelle, Dokumente, Kunstwerke sowie technische Instrumente verdeutlichen unterschiedliche Aspekte der Seefahrt. Navigation, Schiffbau, Marinegeschichte, Handel und Meeresforschung bilden dabei zentrale Themenfelder. Der Rundgang verbindet historische Perspektiven mit Einblicken in moderne Entwicklungen der internationalen Schifffahrt.

Der folgende Beitrag stellt die Geschichte des Internationalen Maritimen Museums Hamburg, seine architektonischen Besonderheiten sowie die wichtigsten Ausstellungen und Sammlungen vor. Ergänzend finden Sie am Ende praktische Hinweise zu Öffnungszeiten, Ticketoptionen und der Planung Ihres Museumsbesuchs.

Geschichte

Der Ursprung des Internationalen Maritimen Museums Hamburg liegt in der privaten Sammelleidenschaft des Hamburger Journalisten und Verlegers Peter Tamm. Bereits in seiner Kindheit entwickelte er ein starkes Interesse an Schiffen und maritimer Geschichte. Auslöser war ein kleines Wasserlinienmodell eines Küstenmotorschiffs im Maßstab 1:1250, das er 1934 von seiner Mutter erhielt. Dieses Modell bildete den Anfang einer Sammlung, die über Jahrzehnte kontinuierlich erweitert wurde.

Im Laufe seines Lebens trug Tamm eine außergewöhnlich umfangreiche Kollektion zusammen. Sie umfasste Schiffsmodelle unterschiedlicher Epochen, maritime Kunstwerke, historische Dokumente sowie technische Geräte der Navigation. Auch Fotografien, Bücher und Konstruktionszeichnungen fanden Eingang in die Sammlung. Diese stetig wachsende Bestandsgruppe wurde ab den 1990er Jahren unter dem Namen „Institut für Schifffahrts- und Marinegeschichte“ verwaltet und auf Anfrage zugänglich gemacht.

Die Idee eines öffentlich zugänglichen Museums entwickelte sich Anfang der 2000er Jahre. Ziel war es, die private Sammlung dauerhaft zu sichern und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Hamburg entstand eine Stiftung, die die Sammlung tragen und die Einrichtung eines Museums ermöglichen sollte. Als Standort wurde der historische Kaispeicher B in der Hamburger Speicherstadt ausgewählt.

Der Speicherbau aus den Jahren 1878 und 1879 gilt als ältestes erhaltenes Lagerhaus der Stadt. Nach umfangreichen Restaurierungs- und Umbauarbeiten wurde das Gebäude für den Museumsbetrieb vorbereitet. Die Stadt Hamburg stellte die Immobilie im Rahmen eines Erbbaurechts zur Verfügung und unterstützte die Sanierung finanziell. Ergänzend beteiligten sich private Förderer und Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft an der Finanzierung.

Im Jahr 2008 eröffnete das Internationale Maritime Museum Hamburg offiziell seine Türen. Die Ausstellung präsentierte erstmals die umfangreiche Sammlung Peter Tamms in einer systematisch gegliederten Form. Seitdem entwickelt sich das Haus kontinuierlich weiter. Nach dem Tod des Gründers im Jahr 2016 übernahm sein Sohn Peter Tamm junior die Leitung der Stiftung.

Heute gehört das Museum zu den bedeutenden Einrichtungen für maritime Kulturgeschichte in Deutschland. Die Sammlung wird laufend erforscht, konserviert und erweitert. Neben der Ausstellungstätigkeit betreibt das Museum auch eine Fachbibliothek, Archive sowie Werkstätten für Modellbau und Restaurierung.

Architektur

Internationales Maritimes Museum Hamburg - Architektur: Moderne Stahltreppe über mehrere Ausstellungsebenen
Ausstellungsräume auf mehreren Ebenen © IMMH

Das Internationale Maritime Museum Hamburg befindet sich im Kaispeicher B in der Hamburger Speicherstadt. Dieses historische Speichergebäude wurde in den Jahren 1878 und 1879 errichtet und gehört zu den ältesten erhaltenen Bauwerken der Hafenlagerhäuser. Entworfen wurde es von den Architekten Wilhelm Emil Meerwein und Bernhard Hanssen, die zahlreiche Speicherbauten im Hamburger Hafenbereich planten.

Der Bau entstand im Stil der sogenannten Hannoverschen Schule, einer Architekturtradition des 19. Jahrhunderts, die Backstein als zentrales Gestaltungselement nutzt. Die massive Ziegelfassade, Rundbogenfenster sowie markante Gesimse prägen das äußere Erscheinungsbild. Ursprünglich diente das Gebäude als Lagerhaus für Importwaren aus Übersee. Seine Lage am Brooktorhafen ermöglichte eine direkte Anbindung an den damaligen Hafenverkehr.

Vor der Nutzung als Museum wurde der Kaispeicher B umfassend restauriert und umgebaut. Die architektonische Planung des Umbaus übernahm die Architektin Mirjana Marković. Ziel war es, die historische Substanz zu bewahren und gleichzeitig moderne Museumsräume zu schaffen. Dabei blieb der charakteristische Industriecharakter des Gebäudes erhalten.

Der Bau verfügt über mehrere Ebenen, die im Museum als „Decks“ bezeichnet werden. Diese maritime Terminologie greift bewusst das Thema der Ausstellung auf. Insgesamt stehen mehr als 12.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Die vertikale Struktur des Gebäudes ermöglicht eine klare thematische Gliederung der Ausstellung über mehrere Stockwerke hinweg.

Im Inneren verbinden Treppen, Aufzüge und offene Raumachsen die einzelnen Ebenen miteinander. Große Fensterflächen sorgen für Tageslicht in vielen Bereichen, während gezielte Beleuchtungssysteme empfindliche Exponate schützen. Historische Bauelemente wie Backsteinwände, Holzbalken und Stahlkonstruktionen bleiben sichtbar und vermitteln den ursprünglichen Charakter des Speicherbaus.

Der Standort innerhalb der Speicherstadt prägt auch den städtebaulichen Kontext. Das Viertel gehört heute zum UNESCO-Welterbe und bildet eines der markantesten historischen Hafenensembles Europas. Der Kaispeicher B steht am Rand der HafenCity und verbindet damit das historische Lagerhausviertel mit den modernen Stadtentwicklungsprojekten entlang der Elbe.

Ausstellungen und Sammlungen

Internationales Maritimes Museum Hamburg - Schiffsmodelle: Detaillierte historische Segelschiffe und Fischereifahrzeuge in einer Vitrine
Historische Segelschiffe und Fischereifahrzeuge – © IMMH

Die Dauerausstellung des Internationalen Maritimen Museums Hamburg widmet sich der Entwicklung der Seefahrt über mehrere Jahrtausende hinweg. Auf neun thematisch gegliederten Ebenen werden unterschiedliche Aspekte maritimer Geschichte dargestellt. Modelle, Instrumente, Dokumente und Kunstwerke ermöglichen einen Blick auf technische Innovationen, Handelsbeziehungen sowie das Leben an Bord von Schiffen.

Der Rundgang folgt keiner reinen Chronologie, sondern kombiniert historische Entwicklung mit thematischen Perspektiven. Navigation, Schiffbau, Marinegeschichte und Handelsverkehr bilden zentrale inhaltliche Bereiche. Auch kulturelle Aspekte der Seefahrt werden berücksichtigt, etwa maritime Kunst, wissenschaftliche Forschung oder internationale Expeditionen. Auf diese Weise entsteht ein vielschichtiges Bild der Rolle des Meeres in der Geschichte der Menschheit.

Thematische Schwerpunkte der Ausstellungen

Internationales Maritimes Museum Hamburg - Schifffahrtsgeschichte: Exponate mit einem Modell der Titanic und Seekarten
Detailgetreues Modell der Titanic und historische Dokumente – © IMMH

Der Einstieg in die Ausstellung widmet sich der Entdeckung der Weltmeere und der Entwicklung nautischer Navigation. Historische Instrumente wie Kompass, Astrolabium oder Sextant zeigen, mit welchen Methoden Seefahrer ihren Kurs bestimmten. Modelle von Leuchttürmen, Lotsenschiffen und Signalflaggen verdeutlichen die Bedeutung von Orientierung und Kommunikation auf See.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ära der Segelschifffahrt. Modelle von Galeeren, Handelskoggen und Großseglern illustrieren die Entwicklung der Schiffstypen von der Antike bis in das 20. Jahrhundert. Dabei wird auch die Rolle verschiedener Seefahrernationen thematisiert. Handelsrouten, Kolonialpolitik sowie maritime Machtstrukturen bilden den historischen Kontext dieser Epoche.

Der Schiffbau bildet einen eigenständigen Themenbereich. Ausgehend von frühen Bootskonstruktionen zeigt die Ausstellung die Entwicklung von handwerklichen Bauweisen zu technisch komplexen Konstruktionen moderner Schiffe. Modelle von Maschinenanlagen sowie historische Baupläne dokumentieren den Wandel von Segel- zu Dampfantrieb und später zu motorisierten Antrieben.

Weitere Bereiche befassen sich mit dem Alltag an Bord, militärischer Seefahrt sowie globalen Handelsstrukturen. Uniformen, Auszeichnungen und persönliche Gegenstände illustrieren maritime Berufswelten. Parallel dazu wird die Entwicklung moderner Handels- und Passagierschifffahrt dargestellt. Containerlogistik, Kreuzfahrt und internationale Transportnetzwerke verdeutlichen die wirtschaftliche Bedeutung der Seefahrt bis in die Gegenwart.

Ein eigener Ausstellungskomplex widmet sich der Erforschung der Ozeane. Expeditionen, wissenschaftliche Messgeräte und Dokumentationen zur Meeresforschung zeigen, wie sich das Wissen über Tiefsee, Meeresboden und maritime Ökosysteme entwickelte.

Besondere Höhepunkte der Sammlungen

  • Modell des Segelschiffs „Wapen von Hamburg III“ – großformatiges historisches Modell eines Hamburger Kriegsschiffs
  • Mythos Titanic – weltberühmtes Schnittmodell im Maßstab 1:50 und seltene Original-Dokumente zur Katastrophe von 1912.
  • Passagierschiffsmodell „Cap Arcona II“ – detailliertes Modell eines historischen Ozeandampfers
  • Sammlung von rund 50.000 Miniatur-Schiffsmodellen im Maßstab 1:1250
  • Dioramen historischer Häfen und Seeschlachten
  • Sammlung von Knochenschiffen, gefertigt von französischen Kriegsgefangenen während der napoleonischen Kriege
  • Historische Navigationsinstrumente wie Kompasse, Sextanten und Astrolabien
  • Maritime Gemäldesammlung mit Werken europäischer Marinemalerei vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart
  • Historische Seekarten, Globen und Atlanten, darunter frühe niederländische Meeresatlanten
  • Bibliothek mit umfangreichen Beständen zur internationalen Schifffahrtsgeschichte

Der Rundgang endet auf einem Ausstellungsdeck mit tausenden Wasserlinienmodellen, deren systematische Präsentation die Entwicklung unterschiedlichster Schiffstypen von historischen Seglern bis zu modernen Passagierschiffen im Miniaturformat nachvollziehbar macht.

Tickets, Preise und Angebote

Das Internationale Maritime Museum Hamburg bietet verschiedene Tickets und Eintrittspreise für Einzelbesucher und Gruppen, die nach Alter gestaffelt sind. Der reguläre Eintritt für Erwachsene kostet 18,00 €. Ermäßigte Tickets für Schüler, Studierende, Rentner, Erwerbslose oder Menschen mit Behinderung sind für 13,00 € erhältlich.

Familien profitieren von einem günstigeren Preis beim Kauf eines Familientickets. Eine Kleinfamilie (1 Erwachsener und bis zu vier Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren) zahlt 21,00 €. Für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder beträgt der Eintrittspreis 38,00 €.

Auch Gruppen erhalten vergünstigte Tickets. Ab zehn Personen liegt der Preis bei 14,00 € pro Person. Schulklassen zahlen 3,50 € pro Person, während Kindertagesstätten lediglich 2,00 € pro Kind für den Eintritt entrichten.

Museen in der Umgebung vom Internationalen Maritime Museum Hamburg

Das Internationale Maritime Museum Hamburg erzählt auf mehreren Ebenen die Geschichte der Seefahrt – von historischen Schiffsmodellen bis zu globalen Handelsrouten und maritimer Navigation. In der Umgebung der Speicherstadt laden weitere Museen und kulturelle Einrichtungen dazu ein, Hamburgs traditionsreiche Verbindung zu Handel, Technik und Weltgeschichte weiter zu entdecken.

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Internationales Maritimes Museum in München.

Adresse

Internationales Maritimes Museum Kaispeicher B
Koreastraße 1
20457 Hamburg
Deutschland

Öffnungszeiten

  • Montag bis Sonntag
    10:00 – 18:00 Uhr

Kontakt