Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK)

Im Hamburger Stadtteil Rotherbaum, nahe der Universität und der Rothenbaumchaussee, befindet sich das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK). Das ethnologische Museum widmet sich der Erforschung und Präsentation kultureller Ausdrucksformen aus verschiedenen Regionen der Welt. Seine Sammlungen und Ausstellungen vermitteln Einblicke in historische und gegenwärtige Lebensweisen sowie in künstlerische und religiöse Traditionen vieler Gesellschaften.

Die Sammlungen des Museums am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt umfassen Objekte aus Afrika, Asien, Amerika, Europa und Ozeanien. Neben historischen Beständen werden auch Themen der Gegenwart aufgegriffen, etwa Fragen kultureller Identität, globaler Austauschprozesse und der Umgang mit kolonialen Sammlungskontexten. Damit verbindet das Museum wissenschaftliche Forschung, Ausstellungspraxis und öffentliche Vermittlung.

Der folgende Beitrag stellt die Geschichte, das Museumsgebäude sowie zentrale Sammlungen des Museums am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt vor. Zusätzlich finden Sie praktische Informationen zu Ticket, Preisen und Eintritt sowie Hinweise zur Planung Ihres Museumsbesuchs.

Geschichte

Die Ursprünge des Museums am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Ausgangspunkt war eine ethnographische Sammlung der Hamburger Stadtbibliothek. Seit den 1840er Jahren wurden Objekte aus verschiedenen Weltregionen zusammengetragen, die zunächst in der Gelehrtenschule des Johanneums aufbewahrt wurden. Diese Sammlung entstand vor allem durch Schenkungen Hamburger Bürger und Handelsreisender.

1867 übernahm der Naturwissenschaftliche Verein in Hamburg die Verwaltung der Sammlung. Unter Adolph Oberdörffer und Ferdinand Worlée wurden die damals etwa 645 ethnographischen Objekte erstmals systematisch katalogisiert und in Räumen des Naturhistorischen Museums öffentlich zugänglich gemacht. 1871 erhielt die Sammlung den Namen Culturgeschichtliches Museum.

Am 29. April 1879 erfolgte die Gründung des Museums für Völkerkunde. Der Hamburger Kaufmann Carl Wilhelm Lüders übernahm die Leitung als Vorsteher des Hauses und prägte die frühe Entwicklung des Museums. In den folgenden Jahrzehnten wuchs der Bestand durch Schenkungen, wissenschaftliche Expeditionen und Ankäufe erheblich. Hamburgs internationale Handelsverbindungen erleichterten dabei den Erwerb von Objekten aus vielen Regionen der Welt.

1896 übernahm Karl Hagen als Direktorialassistent kommissarisch die Leitung des Museums. Einen entscheidenden Entwicklungsschub erhielt das Haus mit der Berufung von Georg Thilenius zum ersten hauptamtlichen Direktor im Jahr 1904. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Museum zu einer bedeutenden wissenschaftlichen Einrichtung. Expeditionen und Forschungsreisen führten zu einer erheblichen Erweiterung der Sammlungen, die bis 1915 auf etwa 100.000 Objekte anwuchsen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile der Sammlungen ausgelagert, um sie vor Luftangriffen zu schützen. Dennoch gingen zahlreiche Objekte verloren, darunter Teile der Südsee-Sammlung sowie Bestände aus Nord- und Mittelamerika. Nach Kriegsende konzentrierte sich das Museum zunächst auf den Wiederaufbau und die Neuorganisation der Sammlungen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts veränderte sich die institutionelle Struktur mehrfach. Archäologische Bestände wurden an andere Hamburger Einrichtungen übergeben, während sich das Museum stärker auf ethnologische Sammlungen und Forschung konzentrierte. Seit 1999 besteht das Haus als Stiftung öffentlichen Rechts.

Mit der Berufung von Barbara Plankensteiner zur Direktorin begann 2017 eine Phase der inhaltlichen Neuausrichtung. Im Jahr 2018 erhielt das Museum seinen heutigen Namen Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt. Die Neupositionierung betont kulturelle Beziehungen zwischen Gesellschaften sowie eine kritische Auseinandersetzung mit historischen Sammlungskontexten.

Architektur

Das Gebäude des Museums am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt liegt an der Rothenbaumchaussee im Hamburger Stadtteil Rotherbaum. Der Bau entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und wurde speziell für die Anforderungen eines ethnologischen Museums geplant.

Die Entscheidung für einen Neubau fiel im Jahr 1908. Mit der Planung wurde der Architekt Albert Erbe beauftragt. Das Gebäude wurde im Stil des späten Jugendstils entworfen und 1912 fertiggestellt. Die Architektur verbindet eine repräsentative Fassadengestaltung mit funktionalen Museumsräumen für Ausstellungen, Depots und wissenschaftliche Arbeitsbereiche.

Ursprünglich war das Gebäude nur als erster Teil eines größeren Museumskomplexes vorgesehen. Ein zweiter Gebäudeflügel bis zur Feldbrunnenstraße sollte das Ensemble erweitern. Dieses Bauvorhaben wurde jedoch aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts nie umgesetzt.

Die Innenräume sind großzügig angelegt und auf unterschiedliche Präsentationsformen ausgerichtet. Neben Ausstellungssälen entstanden Arbeitsräume für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Magazinräume für die umfangreichen Sammlungsbestände. Ergänzt wurden diese Einrichtungen später durch Restaurierungswerkstätten, Archive und eine wissenschaftliche Bibliothek.

Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz. Mehrere Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen haben in den vergangenen Jahrzehnten dazu beigetragen, die konservatorischen Bedingungen zu verbessern und die Ausstellungsbereiche an moderne Museumsstandards anzupassen.

Ausstellungen und Sammlungen

Die Ausstellungen des Museums am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt basieren auf umfangreichen Sammlungsbeständen, die über viele Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurden. Sie vermitteln Einblicke in kulturelle Traditionen, religiöse Praktiken, gesellschaftliche Strukturen und künstlerische Ausdrucksformen verschiedener Regionen der Welt. Die Präsentationen verbinden historische Sammlungsobjekte mit aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen.

Dabei verfolgt das Museum einen kulturvergleichenden Ansatz. Die ausgestellten Objekte werden nicht nur als kunsthistorische oder ethnographische Zeugnisse betrachtet, sondern auch im Zusammenhang mit ihren sozialen und historischen Kontexten gezeigt. Dadurch entstehen unterschiedliche Perspektiven auf kulturelle Austauschprozesse, globale Verflechtungen und die Entwicklung von Gesellschaften.

Inhaltliche Struktur der Präsentationen

Museum am Rothenbaum - Hamburg - Ausstellung - Druckfrisch aus den Zwanzigern: Eine Besucherin betrachtet zwei gerahmte Bilder mit asiatischen Illustrationen an einer weißen Wand
Ausstellung: Druckfrisch aus den Zwanzigern – © MARKK, Paul Schimweg

Die Sammlungen des Museums am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt gliedern sich in drei große Bereiche: eine Objektsammlung, eine fotografische Sammlung sowie ein Dokumentenarchiv. Die Objektsammlung ist nach geographischen Regionen gegliedert und umfasst Bestände aus Afrika, Amerika, Europa, Ost- und Südasien, Nordafrika sowie Ozeanien.

Viele der Objekte stammen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert und gelangten im Rahmen wissenschaftlicher Expeditionen, Forschungsreisen oder internationaler Handelskontakte nach Hamburg. Ergänzt werden diese historischen Bestände durch jüngere Erwerbungen sowie Kooperationen mit Institutionen und Gemeinschaften aus den Herkunftsregionen.

Die Afrika-Sammlung gehört zu den umfangreichen Beständen des Museums. Sie umfasst Kunstwerke, religiöse Objekte, Musikinstrumente sowie Gegenstände aus Alltag, Handwerk und Jagd. Ein großer Teil dieser Objekte stammt aus Regionen südlich der Sahara und wurde im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert gesammelt.

Die Sammlungen aus Amerika beinhalten sowohl archäologische als auch ethnographische Objekte. Dazu zählen Bestände aus Mexiko, Guatemala und Peru. Besonders hervorzuheben ist die Sammlung aus Nordperu, die der Forscher Hans Heinrich Brüning zusammengetragen hat und die zahlreiche archäologische Artefakte sowie umfangreiche Dokumentationen umfasst.

Auch die Bestände aus Ozeanien zählen zu den bekannten Sammlungsbereichen des Museums. Ein außergewöhnliches Objekt ist das Versammlungshaus Rauru aus Neuseeland, das Anfang des 20. Jahrhunderts nach Hamburg gelangte. Darüber hinaus umfasst die Sammlung zahlreiche Masken, Skulpturen und Ritualgegenstände aus verschiedenen Inselregionen des Pazifiks.

Die fotografische Sammlung des Museums enthält rund 450.000 historische Aufnahmen aus unterschiedlichen Regionen der Welt. Ergänzt wird sie durch ein umfangreiches Dokumentenarchiv mit Nachlässen von Ethnologen, Geographen und Forschungsreisenden.

Museums- und kulturhistorische Bedeutung

Museum am Rothenbaum - Hamburg - Ausstellung - Katzen!: Ein Hocker im Katzen-Design steht auf einem rosa Teppich vor einem runden Wanddurchbruch
Ausstellung: Katzen! – © MARKK, Paul Schimweg

Das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt gehört zu den großen ethnologischen Sammlungsinstitutionen in Deutschland. Seine Bestände dokumentieren kulturelle Ausdrucksformen, religiöse Traditionen und gesellschaftliche Praktiken aus zahlreichen Regionen der Welt.

Die Sammlungen bilden eine wichtige Grundlage für kulturwissenschaftliche Forschung sowie für internationale Kooperationen mit Museen und wissenschaftlichen Einrichtungen. In jüngerer Zeit spielt insbesondere die Provenienzforschung eine zentrale Rolle. Dabei werden historische Erwerbskontexte untersucht und Fragen zum Umgang mit kolonial belasteten Sammlungen thematisiert.

Durch Ausstellungen, wissenschaftliche Projekte und öffentliche Veranstaltungen trägt das Museum zur Vermittlung globaler Kulturgeschichte bei. Gleichzeitig versteht sich das Haus als Ort des Dialogs über kulturelle Vielfalt und historische Zusammenhänge.

Besondere Höhepunkte der Sammlungen

• Versammlungshaus Rauru aus Neuseeland
• archäologische Sammlung aus Nordperu von Hans Heinrich Brüning
• Masken und Ritualobjekte aus Ozeanien
• ethnographische Objekte aus Afrika südlich der Sahara
• Textilsammlungen aus Guatemala
• historische Amulettsammlung aus Europa

Das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt verbindet historische Sammlungen mit aktuellen kulturwissenschaftlichen Fragestellungen und zeigt damit, wie eng die Geschichte Hamburgs mit globalen kulturellen Austauschprozessen verbunden ist.

Tickets, Preise und Angebote

Das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK) in Hamburg lädt zu einer faszinierenden Entdeckungsreise durch Kunst und Kulturen aus aller Welt ein.

Der Eintrittspreis beträgt 10,00 € für Erwachsene, ermäßigte Tickets für Schüler, Studierende, Auszubildende, Freiwilligendienstleistende unter 30 Jahren, Schwerbehinderte, Arbeitslose oder Gruppen ab 15 Personen kosten 6,00 €. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren genießen freien Eintritt. Jeden Donnerstag ab 16 Uhr ist der Eintritt für alle Besucher kostenfrei. Tickets können bequem direkt an der Museumskasse oder online gekauft werden.

Inhaber der Hamburg Card erhalten einen ermäßigten Eintritt und können das Museum sowie zahlreiche weitere Highlights in Hamburg besonders günstig besuchen.

Museen in der Umgebung vom Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt

Das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt widmet sich den vielfältigen Kulturen Afrikas, Asiens, Ozeaniens und Amerikas und verbindet ethnologische Sammlungen mit aktuellen gesellschaftlichen Perspektiven. In der Umgebung laden weitere Museen und kulturelle Einrichtungen dazu ein, Hamburgs facettenreiche Kunst- und Kulturlandschaft aus unterschiedlichen globalen und historischen Blickwinkeln zu entdecken.

Entfernung: 0,74 km

Museum der Natur Hamburg - Zoologie - Außenansicht: Der Eingangsbereich des Museumsgebäudes im Grindelviertel
Museum der Natur Hamburg - Zoologie - © LIB, Pour

Entfernung: 1,71 km

Hamburger Kunsthalle - Hamburg - Außenansicht des historischen Gründungsbaus aus Backstein mit Rundbögen
© Hamburger Kunsthalle, Ralf Suerbaum

Entfernung: 1,93 km

Museum der Illusionen Hamburg - Außenansicht: Außenansicht: Eingangsbereich des Museums in der Hamburger Innenstadt
© Museum der Illusionen Hamburg

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt in Hamburg.

Adresse

Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt
Rothenbaumchaussee 64
20148 Hamburg
Deutschland

Öffnungszeiten

  • Montag geschlossen
  • Dienstag bis Mittwoch
    10:00 – 18:00 Uhr
  • Donnerstag
    10:00 – 19:00 Uhr
  • Freitag bis Sonntag
    10:00 – 18:00 Uhr

Kontakt

  • Telefon:
    +49 40 42 88 79 – 0
  • Website:
    Zum Museum