Museum der Arbeit

Im Hamburger Stadtteil Barmbek, am Wiesendamm 3, befindet sich das Museum der Arbeit Hamburg, das sich der Entwicklung von Arbeit und Arbeitswelten seit dem Industriezeitalter widmet. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gummifabrik verbindet das Haus historische Bausubstanz mit kulturhistorischer Forschung und Vermittlung. Als Teil der Stiftung Historische Museen Hamburg nimmt das Museum eine eigenständige Rolle innerhalb der städtischen Museumslandschaft ein.

Im Mittelpunkt des Museums der Arbeit Hamburg steht die Frage, wie sich Arbeitsbedingungen, Produktionsweisen und Lebensverhältnisse seit dem 19. Jahrhundert verändert haben. Die Sammlungen reichen von industriellen Maschinen über Objekte des Alltags bis hin zu Dokumenten und persönlichen Zeugnissen. Besonderes Gewicht liegt auf der Verbindung von Ausstellung und praktischer Vermittlung, etwa durch Werkstätten, Vorführungen und interaktive Formate zur Geschichte und Zukunft der Arbeit.

Im Folgenden werden die historischen Hintergründe, die Architektur und die Sammlungen des Museums der Arbeit Hamburg vorgestellt, bevor abschließend Informationen zu Tickets, Preisen und Eintritt folgen.

Geschichte

Die Geschichte des Museums der Arbeit Hamburg beginnt in den 1970er-Jahren, als in der Stadt eine wachsende Initiative entstand, die industrielle Entwicklung und ihre sozialen Auswirkungen stärker zu dokumentieren. Ziel war es, die Geschichte der Arbeit aus der Perspektive der Beschäftigten darzustellen und damit einen Gegenpol zu klassischen wirtschafts- und politikgeschichtlichen Darstellungen zu schaffen.

1980 trat ein Museumsverein erstmals öffentlich auf und entwickelte Konzepte, Ausstellungen und Projekte zur Vorbereitung einer dauerhaften Institution. Zwei Jahre später wurde das Vorhaben organisatorisch dem Museum für Hamburgische Geschichte zugeordnet. Gleichzeitig konnte das Gelände der ehemaligen New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie in Barmbek genutzt werden. In den folgenden Jahren entstanden dort erste Werkstätten, Ausstellungen und Programme, die das spätere Museum bereits vorwegnahmen.

1986 erhielt das Projekt den Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft, was seine kulturpolitische Bedeutung unterstrich. 1987 entschied der Hamburger Senat, den Standort dauerhaft zu sichern. Mit einem Beschluss von 1989 wurde das Museum der Arbeit Hamburg zum siebten staatlichen Museum der Stadt erklärt und nahm ab 1990 seine Tätigkeit als eigenständige Institution auf.

Nach umfangreichen Umbauten wurde 1997 die Dauerausstellung in der Neuen Fabrik eröffnet. 1999 erfolgte die Umwandlung in eine Stiftung des öffentlichen Rechts. Seit 2008 gehört das Museum der Arbeit Hamburg zur Stiftung Historische Museen Hamburg. Die jüngste Entwicklungsphase ist durch die Sanierung und Neugestaltung des Torhauses geprägt, das das Museum programmatisch um Fragen zur Zukunft der Arbeit erweitert.

Architektur

Das Museum der Arbeit Hamburg befindet sich auf einem historischen Fabrikgelände im Stadtteil Barmbek, das als eines der ältesten erhaltenen Industrieensembles der Stadt gilt. Die Anlage entstand ab 1871 mit der Errichtung der Gebäude der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie und wurde über mehrere Jahrzehnte erweitert. Heute vermittelt das Ensemble anschaulich die bauliche Entwicklung eines industriellen Produktionsstandorts.

Zu den zentralen Gebäuden gehört die Alte Fabrik von 1871, deren Erdgeschoss und erstes Obergeschoss für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden. Die Neue Fabrik von 1908 bildet das Hauptgebäude des Museums und beherbergt die Dauerausstellung sowie Flächen für Sonderausstellungen. Ergänzt wird das Ensemble durch das Kesselhaus von 1896, in dem sich heute die Werkstätten befinden.

Weitere Bestandteile des Geländes sind der Fabrikhof, das Torhaus sowie die ehemalige Zinnschmelze, die heute als Stadtteilkulturzentrum genutzt wird. Die Gebäude wurden seit den frühen 1990er-Jahren schrittweise denkmalgerecht saniert und an die Anforderungen eines Museumsbetriebs angepasst.

Eine bedeutende Erweiterung stellt das neu gestaltete Torhaus dar. Nach umfangreicher Sanierung wurde es als zusätzlicher Museumsbereich eröffnet. Im Erdgeschoss befindet sich die sogenannte Zukunftswerkstatt, die sich mit Fragen zur zukünftigen Gestaltung von Arbeit auseinandersetzt. Im Obergeschoss wurden Kompetenz-Werkstätten eingerichtet, die das museumspädagogische Angebot erweitern.

Die räumliche Struktur des Museums der Arbeit Hamburg ist eng mit seiner inhaltlichen Ausrichtung verknüpft: Das historische Fabrikensemble fungiert nicht nur als Hülle für die Ausstellungen, sondern selbst als zentrales Ausstellungsobjekt.

Ausstellungen und Sammlungen

Die Ausstellungen des Museums der Arbeit Hamburg verbinden Industrie-, Technik- und Sozialgeschichte mit einer alltagsgeschichtlichen Perspektive. Ziel ist es, die Veränderungen von Arbeitsprozessen, Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Strukturen seit der Industrialisierung nachvollziehbar zu machen. Dabei stehen nicht allein technische Entwicklungen im Fokus, sondern auch ihre Auswirkungen auf Menschen, Umwelt und soziale Beziehungen.

Charakteristisch für das Ausstellungskonzept ist die Verbindung von originalen Objekten, rekonstruierten Arbeitsumgebungen und praktischen Vermittlungsformaten. Historische Maschinen und Werkzeuge werden nicht isoliert präsentiert, sondern in größere Zusammenhänge eingeordnet. Ergänzend dazu ermöglichen Werkstätten und Vorführungen einen direkten Zugang zu historischen Arbeitstechniken.

Zentrale Themen und Ausstellungseinheiten

Museum der Arbeit Hamburg - Dampfmaschine: Besucher betrachten ein funktionstüchtiges Modell aus dem Industriezeitalter
Museum der Arbeit – © SHMH, Sinje Hasheider

Die Sammlungen des Museums der Arbeit Hamburg konzentrieren sich auf zentrale Bereiche der Arbeitswelt, die für Hamburgs Entwicklung prägend waren. Dazu gehört insbesondere das grafische Gewerbe, in dem anhand von Setzereien, Druckmaschinen und Buchdruckverfahren die Mechanisierung und der Wandel dieses Berufsbereichs nachvollzogen werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der industriellen Produktion, dargestellt unter anderem durch die Teilrekonstruktion eines Arbeitsplatzes der Metallwarenfabrik Wild. Diese Installation ermöglicht einen konkreten Einblick in Arbeitsabläufe und Produktionsbedingungen eines kleineren Betriebs. Ergänzt wird dieser Bereich durch Objekte und Dokumente zur Alltagsgeschichte im Industriezeitalter.

Die Entwicklung kaufmännischer Tätigkeiten wird im Bereich „Arbeit im Kontor“ thematisiert. Hier werden Veränderungen in Organisation, Kommunikation und Technik des Handels sichtbar. Darüber hinaus spielt die Geschichte der New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie eine zentrale Rolle, da sie eng mit dem Standort des Museums verbunden ist.

Ein herausragendes Objekt im Außenbereich ist das Schneidrad der Tunnelbohrmaschine T.R.U.D.E., die beim Bau der vierten Elbtunnelröhre eingesetzt wurde. Als technisches Denkmal verbindet es Industriegeschichte mit moderner Infrastrukturentwicklung.

Museums- und kulturhistorische Bedeutung

Museum der Arbeit - Hamburg - Arbeiterkontrolluhr: Besucher betrachten eine historische Kontrolluhr aus dem Industriezeitalter
Arbeiterkontrolluhr – © SHMH, Sinje Hasheider

Das Museum der Arbeit Hamburg nimmt innerhalb der deutschen Museumslandschaft eine besondere Stellung ein, da es die Geschichte der Industrialisierung konsequent aus sozialhistorischer Perspektive betrachtet. Im Mittelpunkt stehen Arbeitsbedingungen, gesellschaftliche Veränderungen und individuelle Lebenswelten.

Durch die Verbindung von Sammlung, Forschung und praktischer Vermittlung ist das Museum zugleich ein wichtiger Bildungsort. Es bietet Einblicke in historische Arbeitsformen und regt zur Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen der Arbeitswelt an. Der Standort im historischen Fabrikensemble verstärkt diese Wirkung, da hier die materielle Grundlage der Industrialisierung unmittelbar erfahrbar wird.

Besondere Höhepunkte der Sammlungen

  • Schneidrad der Tunnelbohrmaschine T.R.U.D.E. auf dem Museumshof
  • Druckwerkstatt mit historischen Setzmaschinen und Buchdruckverfahren
  • Teilrekonstruktion der Metallwarenfabrik Wild
  • Ausstellungsbereich „Arbeit im Kontor“ zur Geschichte des Handels
  • Sammlung zur New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie
  • Objektensemble „Dinge und Dokumente – Alltag im Industriezeitalter“
  • historische Maschinen im Außenbereich, darunter Bagger und Kran

Ein Besuch des Museums der Arbeit Hamburg ermöglicht es, industrielle Entwicklung nicht nur anhand von Objekten, sondern im erhaltenen Fabrikensemble selbst nachzuvollziehen, das die Geschichte der Arbeit unmittelbar räumlich erfahrbar macht.

Tickets, Preise und Angebote

Ein reguläres Ticket für den Besuch im Museum der Arbeit kostet 8,50 €, während ermäßigte Tickets z. B. für Studierende, Auszubildende und Schwerbehinderte für 5,00 € erhältlich sind. Gruppen ab zehn Personen profitieren von einem reduzierten Preis von 6,00 € pro Person. Besonders attraktiv für Familien ist, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren freien Eintritt erhalten. Ihre Tickets für den Museumsbesuch können Sie sowohl bequem online als auch direkt vor Ort an der Kasse kaufen.

Wenn Sie noch mehr Sehenswürdigkeiten entdecken möchten, lohnt sich ein Blick auf den Turbopass Hamburg – City Pass: Mit diesem City Pass ist der Eintritt ins Museum bereits enthalten, sodass Sie kein separates Ticket kaufen müssen. Das macht den Turbopass besonders attraktiv für Touristen, die mehrere Attraktionen in Hamburg besuchen möchten.

Museen in der Umgebung vom Museum der Arbeit

Das Museum der Arbeit beleuchtet die Geschichte von Industrie, Handwerk und Arbeitswelten und zeigt, wie technische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen den Alltag geprägt haben. In der Umgebung laden weitere Museen und kulturelle Einrichtungen dazu ein, Hamburgs vielfältige Museumslandschaft zwischen Wirtschaftsgeschichte, Kultur und Innovation zu entdecken.

Entfernung: 3,24 km

Polizeimuseum Hamburg: Das Museumsgebäude mit einer Schlange historischer Polizeifahrzeuge wie VW Käfer und Bulli
Polizeimuseum Hamburg

Entfernung: 4,42 km

Hamburger Kunsthalle - Hamburg - Außenansicht des historischen Gründungsbaus aus Backstein mit Rundbögen
© Hamburger Kunsthalle, Ralf Suerbaum

Entfernung: 4,53 km

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) - Außenansicht: Historische Fassade des Museums am Hauptbahnhof mit Besuchern im Vordergrund
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg - © Henning Rogge

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Museum der Arbeit in Hamburg.

Adresse

Museum der Arbeit
Wiesendamm 3
22305 Hamburg
Deutschland

Öffnungszeiten

  • Montag
    10:00 – 21:00 Uhr
  • Dienstag geschlossen
  • Mittwoch bis Freitag
    10:00 – 17:00 Uhr
  • Samstag bis Sonntag
    10:00 – 18:00 Uhr

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