Museum der Natur Hamburg – Zoologie

Im Hamburger Stadtteil Rotherbaum befindet sich das Museum der Natur Hamburg – Zoologie, ein Teil des Museum der Natur Hamburg und des Leibniz-Instituts zur Analyse des Biodiversitätswandels (LIB). Die Einrichtung knüpft an die lange Tradition der naturkundlichen Forschung in der Hansestadt an und präsentiert zoologische Sammlungen, die aus internationalen Expeditionen, wissenschaftlichen Projekten und historischen Sammlungsinitiativen hervorgegangen sind.

Die Ausstellung vermittelt Einblicke in die Vielfalt des Tierreichs und zeigt Präparate von Arten aus unterschiedlichen Lebensräumen der Erde. Vom Skelett großer Meeressäuger bis zu kleinen Insekten werden biologische Zusammenhänge und die Entwicklung von Arten sichtbar. Gleichzeitig verweist das Museum der Natur – Zoologie auf aktuelle Fragen des Biodiversitätswandels und verbindet historische Sammlungen mit moderner naturwissenschaftlicher Forschung.

Der folgende Überblick führt durch Geschichte, Architektur und Ausstellungen des Museum der Natur – Zoologie und ergänzt diese Darstellung abschließend um Hinweise zu Tickets, Preisen und Eintritt.

Geschichte

Die Wurzeln des Museum der Natur – Zoologie reichen bis in das Jahr 1843 zurück, als in Hamburg das Naturhistorische Museum gegründet wurde. Initiatoren waren Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins der Stadt, die ihre bereits vorhandenen Sammlungen mit Beständen des Johanneums zusammenführten. Bereits kurz darauf wurden erste naturkundliche Objekte öffentlich gezeigt, zunächst vor allem für Vereinsmitglieder und Bildungseinrichtungen.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs der Bestand erheblich. Hamburger Kaufleute, Kapitäne und Naturforscher brachten von ihren Reisen zoologische Objekte aus verschiedenen Teilen der Welt mit. Bedeutende Beiträge lieferten unter anderem die Sammlungen des Naturforschers Peter Friedrich Röding sowie Bestände aus dem Museum des Reeders Johan Cesar VI. Godeffroy. Diese frühen Sammlungen bildeten die Grundlage für eine umfangreiche naturkundliche Sammlung der Stadt.

1891 erhielt das Naturhistorische Museum einen repräsentativen Neubau nahe dem heutigen Hamburger Hauptbahnhof. Das Gebäude entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Ort der naturwissenschaftlichen Forschung und Vermittlung. In den folgenden Jahrzehnten gehörte das Museum zu den bedeutendsten naturkundlichen Einrichtungen Deutschlands und zog zahlreiche Besucher an.

Während der Luftangriffe auf Hamburg im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1943 im Rahmen der Operation Gomorrha zerstört. Ein Teil der Sammlungen konnte zuvor ausgelagert werden. Alkoholsammlungen überstanden den Feuersturm in U-Bahnschächten, während andere Bestände in Ausweichquartieren außerhalb Hamburgs aufbewahrt wurden.

Nach dem Krieg wurde das zerstörte Museumsgebäude abgetragen. Die geretteten zoologischen Sammlungen wurden zunächst provisorisch untergebracht und schließlich 1969 in die Universität Hamburg integriert. In den 1970er-Jahren bezogen sie ein neues Gebäude am heutigen Universitätscampus. Seit den 1980er-Jahren ist ein Teil der Bestände wieder öffentlich zugänglich.

Ein wichtiger organisatorischer Schritt erfolgte 2014 mit der Gründung des Centrums für Naturkunde (CeNak) innerhalb der Universität Hamburg. Die zoologischen, geologisch-paläontologischen und mineralogischen Sammlungen wurden hier institutionell zusammengeführt. 2021 entstand aus der Fusion mit dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn das Leibniz-Institut zur Analyse des Biodiversitätswandels. Gleichzeitig wurden Pläne für ein neues Naturkundemuseum in Hamburg entwickelt, das künftig unter dem Namen Evolutioneum entstehen soll.

Architektur

Das heutige Museum der Natur Hamburg – Zoologie befindet sich im Universitätsviertel Rotherbaum im Umfeld der naturwissenschaftlichen Institute der Universität Hamburg. Die Ausstellung ist Teil eines Gebäudekomplexes aus den 1970er-Jahren, der ursprünglich für das Zoologische Institut und die wissenschaftlichen Sammlungen errichtet wurde.

Der Bau folgt funktionalen Prinzipien moderner Universitätsarchitektur dieser Zeit. Neben Arbeitsräumen für Forschende beherbergt das Gebäude umfangreiche Magazinflächen für Sammlungen sowie Labore für biologische und molekulare Untersuchungen. Innerhalb dieses Komplexes wurde eine etwa 2.000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche eingerichtet, auf der ein Teil der zoologischen Bestände präsentiert wird.

Die räumliche Struktur verbindet Forschungsbereiche, Sammlungsdepots und Ausstellungsräume miteinander. Während die wissenschaftlichen Sammlungen überwiegend in Magazinräumen aufbewahrt werden, konzentriert sich die öffentliche Ausstellung auf ausgewählte Objekte, die einen Überblick über die Vielfalt des Tierreichs ermöglichen. Ergänzt wird dies durch Arbeitsräume für Präparation und Sammlungsbetreuung sowie durch Labore, in denen biologische und genetische Untersuchungen stattfinden.

Auch wenn das Gebäude primär funktional ausgerichtet ist, spielt seine Lage im Universitätscampus eine wichtige Rolle. Die räumliche Nähe zu Forschungseinrichtungen ermöglicht eine enge Verbindung zwischen wissenschaftlicher Arbeit, Lehre und musealer Präsentation. Dadurch bleibt das Museum der Natur – Zoologie nicht nur ein Ausstellungsort, sondern zugleich Teil einer aktiven Forschungsinfrastruktur.

Langfristig ist geplant, die zoologischen, geologischen und mineralogischen Sammlungen in einem neuen Naturkundemuseum zusammenzuführen. Dieses zukünftige Forschungsmuseum soll in der Hamburger HafenCity entstehen und als Evolutioneum die naturwissenschaftlichen Sammlungen der Stadt an einem zentralen Standort vereinen.

Ausstellungen und Sammlungen

Die Ausstellung des Museum der Natur – Zoologie vermittelt einen Überblick über die biologische Vielfalt der Tierwelt. Präparate unterschiedlicher Tiergruppen zeigen charakteristische Merkmale von Arten aus verschiedenen Regionen der Erde. Gleichzeitig wird deutlich, wie wissenschaftliche Sammlungen dazu beitragen, biologische Vielfalt zu dokumentieren und Veränderungen von Lebensräumen zu erforschen.

Das kuratorische Konzept verbindet klassische zoologische Präsentationsformen mit aktuellen Themen der Biodiversitätsforschung. Neben großformatigen Tierpräparaten stehen auch wissenschaftliche Sammlungsobjekte im Mittelpunkt, die die Grundlage für taxonomische Forschung, Evolutionsstudien und ökologische Analysen bilden.

Thematische Schwerpunkte der Ausstellungen

Museum der Natur Hamburg - Zoologie - Eisbär: Ein präparierter Eisbär mit begleitenden Informationen zu seinem natürlichen Lebensraum
Eisbär – © UHH, Reiss

Die zoologischen Sammlungen umfassen mehrere Millionen Objekte und decken nahezu alle Tiergruppen ab. Ein Teil dieser Bestände wird in der Ausstellung präsentiert, während der überwiegende Anteil in wissenschaftlichen Sammlungen für Forschung und Dokumentation aufbewahrt wird.

Zu den sichtbarsten Objekten gehören große Wirbeltierpräparate, darunter Skelette von Walen und anderen Meeressäugern sowie Präparate großer Landtiere. Diese Exponate ermöglichen einen direkten Vergleich von Körperbau und Anpassungsstrategien verschiedener Tiergruppen. Ergänzt werden sie durch zahlreiche kleinere Präparate von Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf wirbellosen Tieren. Besonders umfangreich sind die Sammlungen von Insekten, Spinnentieren, Krebstieren und Mollusken. Diese Bestände dokumentieren die enorme Artenvielfalt dieser Tiergruppen und enthalten zahlreiche wissenschaftlich bedeutende Referenzexemplare. Insgesamt bewahrt die zoologische Sammlung mehr als zehn Millionen Objekte aus allen Teilen der Erde.

Neben klassischen Präparaten spielen auch wissenschaftliche Spezialarchive eine wichtige Rolle. Dazu gehören Sammlungen von Gewebe- und DNA-Proben, die in sogenannten Biobanken aufbewahrt werden. Sie ermöglichen genetische Analysen und tragen dazu bei, Veränderungen von Arten und Populationen über lange Zeiträume zu untersuchen.

Museums- und kulturhistorische Bedeutung

Museum der Natur Hamburg - Zoologie - Artenvielfalt: Große Vitrine mit einer Vielzahl an Insekten, Schmetterlingen, Käfern und präparierten Vögeln
Artenvielfalt – © LIB, Markert

Das Museum der Natur – Zoologie nimmt innerhalb der deutschen Museumslandschaft eine besondere Stellung ein, da seine Sammlungen eng mit der Geschichte Hamburgs als Handels- und Hafenstadt verbunden sind. Viele zoologische Objekte gelangten durch Expeditionen von Kaufleuten, Kapitänen und Naturforschern in die Stadt und spiegeln damit globale Austauschprozesse des 19. Jahrhunderts wider.

Heute bilden diese historischen Bestände eine wichtige Grundlage für die internationale Biodiversitätsforschung. Die zoologischen Sammlungen werden regelmäßig von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern genutzt, um Arten zu bestimmen, evolutionäre Zusammenhänge zu untersuchen oder Veränderungen von Lebensräumen zu analysieren.

Mit seinen Sammlungen und Forschungsaktivitäten trägt das Museum der Natur – Zoologie zur Dokumentation der globalen Artenvielfalt bei. Gleichzeitig verbindet es naturwissenschaftliche Forschung mit der öffentlichen Vermittlung biologischer Zusammenhänge und macht die Geschichte der naturkundlichen Sammlungen Hamburgs sichtbar.

Besondere Höhepunkte der Sammlungen

  • Schädel eines Narwals aus dem Jahr 1684 mit zwei Stoßzähnen
  • Skelette großer Meeressäuger wie Finn- oder Schwertwale
  • Präparierte Großsäuger aus verschiedenen Weltregionen
  • Historische Vogelsammlung mit mehreren tausend Arten
  • Umfangreiche Insektensammlungen mit Millionen Exemplaren
  • Sammlungen von Krebstieren und anderen marinen Wirbellosen
  • Biobank mit Gewebe- und DNA-Proben für Biodiversitätsforschung

Die zoologische Ausstellung des Museum der Natur Hamburg – Zoologie verbindet historische naturkundliche Sammlungen mit aktueller Forschung zur biologischen Vielfalt und macht damit die lange Tradition naturwissenschaftlicher Forschung in Hamburg sichtbar.

Tickets, Preise und Angebote

Das Museum der Natur Hamburg – Zoologie begeistert mit faszinierenden Einblicken in die Tierwelt und ist dank kostenlosem Eintritt besonders interessant für Familien, Schüler, Studenten und alle, die Kultur günstig erleben möchten.

Museen in der Umgebung vom Museum der Natur Hamburg – Zoologie

Das Museum der Natur – Zoologie zeigt die beeindruckende Vielfalt der Tierwelt und vermittelt anschauliche Einblicke in Evolution, Lebensräume und biologische Zusammenhänge. In der näheren Umgebung laden weitere Museen und wissenschaftliche Einrichtungen dazu ein, Hamburgs vielseitige Museumslandschaft zwischen Naturkunde, Forschung und Kultur zu entdecken.

Entfernung: 1,99 km

Bucerius Kunst Forum - Hamburg - Außenansicht: Das Museumsgebäude am Alten Wall in der Hamburger Innenstadt
Bucerius Kunst Forum - © Bucerius Kunst Forum, Ulrich Perrey

Entfernung: 2,06 km

Hamburger Kunsthalle - Hamburg - Außenansicht des historischen Gründungsbaus aus Backstein mit Rundbögen
© Hamburger Kunsthalle, Ralf Suerbaum

Entfernung: 2,22 km

Museum der Illusionen Hamburg - Außenansicht: Außenansicht: Eingangsbereich des Museums in der Hamburger Innenstadt
© Museum der Illusionen Hamburg

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Museum der Natur – Zoologie in Hamburg.

Adresse

Museum der Natur Hamburg – Zoologie
Bundesstraße 52
20146 Hamburg
Deutschland

Öffnungszeiten

  • Montag geschlossen
  • Dienstag bis Sonntag
    10:00 – 17:00 Uhr

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