Im Hamburger Stadtteil Winterhude befindet sich auf dem Gelände der Akademie der Polizei Hamburg das Polizeimuseum Hamburg. Die Einrichtung widmet sich der Geschichte, den Aufgaben und dem Selbstverständnis der Hamburger Polizei und verbindet Aspekte der Stadtgeschichte mit der Entwicklung polizeilicher Institutionen. In einem historischen Gebäude der Polizeiliegenschaft dokumentiert das Museum mehr als zwei Jahrhunderte Polizeiarbeit in der Hansestadt.
Das Ausstellungskonzept des Polizeimuseums Hamburg verbindet historische Sammlung, kriminaltechnische Vermittlung und ausgewählte Fallgeschichten der Hamburger Kriminalgeschichte. Die Präsentation ist thematisch gegliedert und führt durch verschiedene Bereiche polizeilicher Tätigkeit – von der frühen Ordnungspolizei über gesellschaftliche Umbrüche bis hin zu moderner Ermittlungsarbeit. Interaktive Stationen und rekonstruierten Raumsituationen ergänzen klassische Museumsobjekte.
Dieser Beitrag führt durch die Geschichte, Architektur und Ausstellungen des Polizeimuseums Hamburg und bietet am Ende praktische Hinweise zu Öffnungszeiten, Eintritt und Tickets für die Planung des Museumsbesuchs.
Geschichte
Die Wurzeln des Polizeimuseums Hamburg reichen in das späte 19. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1893 richtete der damalige Leiter der Hamburger Kriminalpolizei und spätere Polizeipräsident Gustav Roscher im Stadthaus am Neuen Wall ein Kriminalmuseum ein. Dieses Museum war zunächst ausschließlich für Polizeibeamte gedacht und diente der Ausbildung und Fortbildung innerhalb der Kriminalpolizei. Die Sammlung umfasste Fotografien, Dokumente, Tatwerkzeuge und andere Beweisstücke aus Ermittlungsverfahren, die als Anschauungsmaterial für kriminalistische Arbeit genutzt wurden.
Im Zweiten Weltkrieg erlitt diese Sammlung schwere Verluste. Während der Luftangriffe auf Hamburg im Jahr 1943 wurde das Stadthaus stark beschädigt, und ein großer Teil der dort aufbewahrten Bestände ging verloren. Dennoch blieb die Idee einer kriminalistischen Lehrsammlung erhalten. 1950 wurde in der Polizeischule Eggerstedtstraße ein neues Kriminalmuseum eingerichtet, das wiederum vor allem der Ausbildung von Polizeibeamten diente.
1958 zog die Sammlung nach Winterhude um und wurde Teil der Lehrmittelsammlung der Landespolizeischule. Über Jahrzehnte hinweg blieb sie für die Öffentlichkeit unzugänglich und wurde ausschließlich im Rahmen der polizeilichen Ausbildung genutzt. Erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts entstand die Idee, die historischen Bestände stärker für eine breitere Öffentlichkeit aufzubereiten.
2006 fiel die Entscheidung, die bestehende Lehrmittelsammlung um einen öffentlich zugänglichen Museumsbereich zu erweitern. In den folgenden Jahren wurde ein Ausstellungskonzept entwickelt, das Polizeigeschichte, Kriminaltechnik und historische Kriminalfälle miteinander verbindet. Nach einer umfassenden Sanierung des Gebäudes konnte zunächst 2010 ein erster Ausstellungsbereich im Dachgeschoss eröffnet werden.
Am 28. Februar 2014 wurde das Polizeimuseum Hamburg schließlich offiziell als öffentlich zugängliches Museum eröffnet. Seitdem präsentiert das Haus rund 200 Jahre Hamburger Polizeigeschichte und versteht sich als Ort historischer Information und gesellschaftlicher Auseinandersetzung mit der Rolle der Polizei.
Architektur
Das Polizeimuseum Hamburg befindet sich an der Carl-Cohn-Straße im Stadtteil Winterhude auf dem Gelände der Akademie der Polizei Hamburg. Die Lage innerhalb einer aktiven Polizeiliegenschaft ist für das Museum charakteristisch, da sich hier Ausbildungseinrichtungen und historische Präsentation räumlich überschneiden.
Das Gebäude, in dem sich heute das Polizeimuseum Hamburg befindet, entstand in den 1930er Jahren als Teil eines größeren Kasernenkomplexes. Bereits 1936 wurde der Gesamtkomplex als Wehrmachtskaserne genutzt, während das heutige Museumsgebäude 1938 als Wirtschafts- und Kantinengebäude für Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften fertiggestellt wurde.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahmen zunächst dänische, später britische Militär- und Verwaltungsstellen die Gebäude an der Carl-Cohn-Straße. Erst 1957 ging die Liegenschaft an die Polizei Hamburg über. In den folgenden Jahrzehnten diente das Gebäude als Kantinen- und Wirtschaftsgebäude der Landespolizeischule.
Mit der Entscheidung zur Einrichtung eines Museums wurde das Gebäude grundlegend saniert und an museale Anforderungen angepasst. Die heutige Ausstellung erstreckt sich über mehrere Ebenen und umfasst etwa 1.400 Quadratmeter Ausstellungsfläche in mehr als zwanzig Ausstellungsräumen.
Die räumliche Struktur folgt der inhaltlichen Gliederung der Ausstellung. Das Erdgeschoss ist der historischen Entwicklung der Hamburger Polizei gewidmet. Im ersten Obergeschoss werden Methoden der Kriminaltechnik präsentiert, während das Dachgeschoss ausgewählte Kriminalfälle der Hamburger Geschichte behandelt. Die Nutzung des historischen Gebäudes verbindet damit bauliche Kontinuität mit einer neuen musealen Funktion.
Ausstellungen und Sammlungen

Die Dauerausstellung des Polizeimuseums Hamburg basiert auf einer umfangreichen historischen Sammlung, die über mehr als ein Jahrhundert hinweg aus der praktischen Polizeiarbeit entstanden ist. Viele Objekte stammen aus Ermittlungsverfahren, aus der Ausbildung der Polizei oder aus der Dokumentation kriminalistischer Arbeit. Diese Sachzeugen bilden die Grundlage für eine Ausstellung, die institutionelle Geschichte, technische Entwicklungen und gesellschaftliche Zusammenhänge miteinander verbindet.
Kuratorisch verfolgt das Polizeimuseum Hamburg einen thematischen Ansatz. Die Ausstellung ist nicht ausschließlich chronologisch aufgebaut, sondern kombiniert historische Entwicklungslinien mit thematischen Bereichen wie Kriminaltechnik, Polizeialltag oder ausgewählten Kriminalfällen. Dadurch wird Polizeiarbeit sowohl als historisches Phänomen als auch als Teil gesellschaftlicher Entwicklungen dargestellt.
Thematische Ordnung der Sammlungspräsentation
Der erste große Bereich der Ausstellung behandelt die Geschichte der Hamburger Polizei vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ausgangspunkt bilden die Nachtwächter und frühen Ordnungssysteme der Stadt. Anschließend wird die Entwicklung der Polizei im Kontext politischer Veränderungen dargestellt, etwa während der Kaiserzeit, der Weimarer Republik, der nationalsozialistischen Diktatur und der Zeit nach 1945.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Darstellung moderner kriminaltechnischer Methoden. Im Obergeschoss zeigt das Polizeimuseum Hamburg, wie Ermittlungen durch Spurensicherung, Fingerabdruckanalyse, DNA-Untersuchungen oder digitale Auswertungsverfahren unterstützt werden. Besucher erhalten Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche der Kriminaltechnik und können an interaktiven Stationen selbst kriminalistische Verfahren nachvollziehen.
Im Dachgeschoss werden ausgewählte Kriminalfälle aus Hamburg präsentiert. Diese reichen von spektakulären Verbrechen des frühen 20. Jahrhunderts bis zu bekannten Fällen der jüngeren Vergangenheit. Zu den dargestellten Ereignissen gehören unter anderem Fälle aus dem Hamburger Rotlichtmilieu, die gefälschten Hitler-Tagebücher oder Ermittlungen zu Serienmorden. Werkzeuge, Dokumente und Asservate aus den Ermittlungen veranschaulichen dabei die Arbeit der Kriminalpolizei.
Museums- und kulturhistorische Bedeutung
Das Polizeimuseum Hamburg nimmt innerhalb der Hamburger Museumslandschaft eine besondere Rolle ein, da es sich einer Institution widmet, die eng mit der Entwicklung der Stadtgesellschaft verbunden ist. Polizeiarbeit spiegelt politische Systeme, rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Erwartungen wider. Die Ausstellung zeigt daher nicht nur organisatorische Veränderungen der Polizei, sondern auch den Wandel staatlicher Ordnungsvorstellungen.
Zugleich bietet das Polizeimuseum Hamburg Einblicke in die sozialen und historischen Bedingungen, unter denen Kriminalität, Strafverfolgung und öffentliche Sicherheit verhandelt wurden. Kriminalfälle, Uniformen, technische Geräte und Dokumente erlauben einen Blick auf die Geschichte urbaner Gesellschaften und ihrer Konflikte.
Durch seinen Standort auf dem Gelände der Polizeiakademie verbindet das Museum historische Erinnerung mit der Gegenwart polizeilicher Ausbildung. Diese Verbindung macht das Polizeimuseum Hamburg zu einem Ort, an dem Geschichte, institutionelle Selbstreflexion und öffentliche Vermittlung miteinander in Beziehung treten.
Besondere Höhepunkte der Sammlungen
- historische Uniformen der Hamburger Polizei aus verschiedenen Epochen
- Tatwerkzeuge, Dokumente und Asservate aus kriminalpolizeilichen Ermittlungen
- Fotografien und Materialien aus der kriminalistischen Lehrsammlung seit dem 19. Jahrhundert
- ein nachgebildeter Wachraum einer Hamburger Polizeiwache aus den 1960er Jahren
- der längsseitig halbierte Funkstreifenwagen als Ausstellungsobjekt zur Darstellung von Einsatzfahrten
- ein Polizeihubschrauber des Typs BO 105 als Beispiel moderner Polizeitechnik
Eine Besonderheit des Polizeimuseums Hamburg liegt in der Verbindung von historischer Polizeisammlung, kriminaltechnischer Vermittlung und der Darstellung realer Hamburger Kriminalfälle innerhalb eines ehemaligen Polizeigebäudes.
Tickets, Preise und Angebote
Der reguläre Eintritt in das Polizeimuseum Hamburg beträgt 8,00 €. Ermäßigte Tickets für 6,00 € erhalten Studierende, Auszubildende, Rentner sowie Menschen mit Behinderung. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Tickets für den Museumsbesuch können vor Ort kaufen.
Alternativ ist der Eintritt auch mit einem City Pass bzw. einer City Card wie dem Turbopass Hamburg oder der Hamburg Card möglich. Mit diesen Angeboten profitieren Besucher von kostenlosem oder ermäßigtem Eintritt.
Museen in der Umgebung vom Polizeimuseum Hamburg
Das Polizeimuseum Hamburg vermittelt einen spannenden Einblick in die Entwicklung der Polizeiarbeit in der Hansestadt und erzählt anhand historischer Fälle und Exponate von Verbrechen, Ermittlungen und Sicherheit im Wandel der Zeit. In der Umgebung laden weitere Museen und kulturelle Einrichtungen dazu ein, Hamburgs Geschichte, Wissenschaft und Gesellschaft aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken.
Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos
Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Polizeimuseum in Hamburg.
Adresse
Polizeimuseum Hamburg
Carl-Cohn-Straße 39
22297 Hamburg
Deutschland
Öffnungszeiten
- Montag geschlossen
- Dienstag bis Donnerstag
11:00 – 17:00 Uhr - Freitag bis Samstag geschlossen
- Sonntag
11:00 – 17:00 Uhr
Kontakt
- Telefon:
+49 40 4286- 680 80 - Website:
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