Mitten im historischen Lagerhausensemble der Hamburger Speicherstadt befindet sich das Spicy’s Gewürzmuseum, ein privat geführtes Spezialmuseum, das sich vollständig dem Thema Gewürze und Kräuter widmet. Die Ausstellung liegt in einem über 130 Jahre alten Speichergebäude und greift damit zugleich ein bedeutendes Kapitel der Handelsgeschichte der Hansestadt auf. Hamburg zählt seit Jahrhunderten zu den wichtigen europäischen Umschlagplätzen für Gewürze, weshalb das Museum nicht nur kulinarische Themen behandelt, sondern auch wirtschafts- und kulturhistorische Zusammenhänge sichtbar macht.
Im Mittelpunkt des Museums steht die sinnliche Vermittlung von Wissen über Gewürze aus aller Welt. Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in Herkunft, Verarbeitung und Verwendung unterschiedlichster Gewürze und Kräuter. Anders als in vielen klassischen Ausstellungshäusern ist das Entdecken ausdrücklich interaktiv angelegt: Gewürze können berührt, gerochen und teilweise auch probiert werden. Das Spicy’s Gewürzmuseum verbindet damit historische Exponate mit einem anschaulichen Zugang zur globalen Gewürzkultur.
Der Artikel stellt die historischen Hintergründe, die Architektur und die Sammlungsbereiche des Spicy’s Gewürzmuseum vor. Zusätzlich finden Sie Informationen zu Ticket, Preisen und Eintritt für die Planung Ihres Museumsbesuchs.
Geschichte
Die Entstehung des Spicy’s Gewürzmuseums ist eng mit der langen Handelsgeschichte der Hansestadt verbunden. Hamburg entwickelte sich bereits seit dem späten Mittelalter zu einem bedeutenden europäischen Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Gewürze wie Pfeffer, Zimt oder Safran gehörten dabei über Jahrhunderte zu den wertvollsten Handelsgütern und gelangten über Seewege aus Asien, Afrika oder dem Mittelmeerraum in die Hafenstadt.
Vor diesem Hintergrund entstand Anfang der 1990er Jahre die Idee, ein Museum zu schaffen, das sich ausschließlich der Welt der Gewürze widmet. Das Spicy’s Gewürzmuseum in Hamburg wurde 1991 gegründet und gehört zu den ersten Museen weltweit, die dieses Themenfeld umfassend präsentieren. Ziel war es, historische Zusammenhänge des Gewürzhandels ebenso darzustellen wie den praktischen Umgang mit Gewürzen in Küche und Alltag.
Seit 1993 befindet sich das Museum in der Hamburger Speicherstadt. Die Wahl dieses Standorts ist kein Zufall, denn die historischen Lagerhäuser der Speicherstadt dienten über Jahrzehnte hinweg als zentrale Umschlag- und Lagerorte für Importwaren aus Übersee. Gewürze gehörten dabei zu den bedeutendsten Handelsgütern. Die Ausstellung greift diesen historischen Kontext auf und verbindet ihn mit der Geschichte des internationalen Handels.
Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts war von Beginn an die Verbindung aus historischer Sammlung und anschaulicher Vermittlung. Besucher sollten nicht nur Objekte betrachten, sondern die Vielfalt der Gewürze unmittelbar erleben können. Aus diesem Ansatz entwickelte sich das Profil des Hauses als interaktives Themenmuseum.
Im Laufe der Jahre wurde die Ausstellung kontinuierlich erweitert. Neben der Dauerausstellung organisiert das Museum regelmäßig thematische Sonderausstellungen, Vorträge und Veranstaltungen rund um kulinarische Traditionen und Gewürzkulturen verschiedener Regionen. Diese Veranstaltungen ergänzen die historische Präsentation und vertiefen einzelne Aspekte der Gewürzgeschichte.
Heute gilt das Spicy’s Gewürzmuseum als spezialisiertes Themenmuseum innerhalb der Hamburger Museumslandschaft. Es verbindet historische Exponate, Handelsgeschichte und kulinarisches Wissen und macht damit ein Themenfeld zugänglich, das eng mit globalen Handelsbeziehungen und kulturellem Austausch verbunden ist.
Architektur
Das Spicy’s Gewürzmuseum befindet sich in einem historischen Speichergebäude der Hamburger Speicherstadt. Dieses einzigartige Hafenquartier entstand zwischen dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert als Lagerkomplex für Importwaren. Die Speicherstadt gilt heute als größtes zusammenhängendes Lagerhausensemble der Welt und gehört seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Ausstellung des Museums ist in einem ehemaligen Lagerboden untergebracht, der ursprünglich für die Lagerung von Handelsgütern genutzt wurde. Der Standort am Sandtorkai liegt unmittelbar im Kern der historischen Speicherstadt und verdeutlicht den Zusammenhang zwischen der Ausstellung und der Handelsgeschichte der Stadt. Die massiven Backsteinbauten, die für die Speicherstadt typisch sind, prägen auch die Architektur des Museums.
Die Räume des Museums wurden behutsam zu Ausstellungsflächen umgestaltet, ohne den Charakter des ursprünglichen Lagerhauses zu verändern. Offene Holzbalkenkonstruktionen, breite Dielenböden und hohe Decken vermitteln weiterhin den Eindruck eines historischen Speicherbodens. Diese architektonischen Elemente erinnern an die frühere Nutzung der Gebäude als Lagerstätten für Importwaren.
Die Ausstellungsfläche umfasst etwa 350 Quadratmeter. Innerhalb dieser Fläche wurden verschiedene Themenbereiche eingerichtet, die den Weg der Gewürze vom Anbau bis zum fertigen Produkt nachvollziehbar machen. Die Raumstruktur ermöglicht eine lineare Besucherführung durch mehrere thematische Stationen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Gestaltung ist die Integration von interaktiven Elementen. Zahlreiche Stationen laden dazu ein, Gewürze direkt wahrzunehmen. Dadurch entsteht ein räumliches Ausstellungskonzept, das nicht ausschließlich auf Vitrinen basiert, sondern auf unmittelbarer Erfahrung.
Die historische Architektur der Speicherstadt bildet somit nicht nur den Rahmen für die Ausstellung, sondern ist selbst Teil der Erzählung. Der ehemalige Lagerboden verdeutlicht anschaulich, welche Rolle Hamburg über Jahrhunderte im internationalen Gewürzhandel spielte.
Ausstellungen und Sammlungen
Die Dauerausstellung des Spicy’s Gewürzmuseums widmet sich der Geschichte, Herkunft und Verarbeitung von Gewürzen aus verschiedenen Weltregionen. Rund 900 Exponate aus mehreren Jahrhunderten dokumentieren, wie Gewürze angebaut, transportiert, gehandelt und schließlich verarbeitet wurden. Historische Geräte, Verpackungen und Dokumente zeigen dabei unterschiedliche Stationen der Produktions- und Handelsketten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Erfahrung von Gewürzen. An zahlreichen Stationen können Besucherinnen und Besucher Gewürze berühren, riechen und teilweise auch probieren. Diese sinnliche Vermittlungsform macht die Ausstellung besonders anschaulich und unterscheidet das Museum von vielen klassischen kulturhistorischen Sammlungen.
Zentrale Themen und Ausstellungseinheiten

Die Ausstellung ist thematisch gegliedert und verfolgt den Weg der Gewürze von ihrem Ursprung bis in die Küche. Ein Abschnitt widmet sich dem Anbau verschiedener Gewürzpflanzen in unterschiedlichen Klimazonen. Hier werden beispielsweise Gewürze wie Pfeffer, Zimt, Vanille, Kardamom oder Safran vorgestellt und ihre botanische Herkunft erläutert.
Ein weiterer Bereich behandelt die Verarbeitung der Rohgewürze. Historische Mahl- und Schneidegeräte zeigen, wie Gewürze traditionell getrocknet, gemahlen oder zu Mischungen verarbeitet wurden. Diese Geräte vermitteln zugleich Einblicke in die Entwicklung der Lebensmittelverarbeitung.
Auch der internationale Handel bildet einen wichtigen Themenbereich der Ausstellung. Gewürze gehörten über Jahrhunderte zu den wertvollsten Handelsgütern der Welt. Karten, Handelsdokumente und Transportbehälter verdeutlichen, welche Bedeutung Gewürzrouten für die globale Wirtschaftsgeschichte hatten.
Ergänzend zeigt das Museum wechselnde Sonderausstellungen, die einzelne Aspekte der Gewürzkultur vertiefen. Diese thematischen Präsentationen greifen beispielsweise regionale Küchen, Gewürztraditionen oder historische Handelsverbindungen auf.
Museums- und kulturhistorische Bedeutung

Das Spicy’s Gewürzmuseum nimmt innerhalb der Museumslandschaft eine besondere Stellung ein, da es sich vollständig dem Thema Gewürze und ihrer kulturhistorischen Bedeutung widmet. Während Gewürze in vielen historischen Darstellungen nur am Rand erscheinen, zeigt das Museum ihre zentrale Rolle in der Entwicklung globaler Handelsbeziehungen und kultureller Austauschprozesse.
Besonders im Kontext der Hamburger Geschichte wird diese Bedeutung deutlich. Über den Hafen gelangten über Jahrhunderte hinweg Gewürze aus Asien, Afrika und dem Mittelmeerraum nach Europa. Die Speicherstadt entwickelte sich dabei zu einem wichtigen Lager- und Umschlagort für diese kostbaren Handelsgüter. Das Museum knüpft an diese historische Funktion an und veranschaulicht, wie eng die Geschichte der Stadt mit dem internationalen Gewürzhandel verbunden ist.
Durch die Verbindung aus historischen Exponaten, wirtschaftsgeschichtlichen Zusammenhängen und sinnlich erfahrbaren Gewürzstationen vermittelt das Spicy’s Gewürzmuseum ein anschauliches Bild davon, welche Rolle Gewürze in Ernährung, Handel und Alltagskultur verschiedener Weltregionen spielten.
Besondere Höhepunkte der Sammlungen
• historische Gewürzmühlen und Verarbeitungsgeräte aus verschiedenen Jahrhunderten
• originale Handelsverpackungen und Transportbehälter für Gewürze
• historische Dokumente zum internationalen Gewürzhandel
• Sammlung verschiedener Rohgewürze aus unterschiedlichen Weltregionen
• Exponate zur Verarbeitung und Mischung von Gewürzen
Die Kombination aus historischen Exponaten, interaktiven Stationen und der authentischen Atmosphäre eines ehemaligen Lagerhauses macht das Spicy’s Gewürzmuseum zu einem besonderen Ort, an dem sich die Geschichte des Gewürzhandels unmittelbar nachvollziehen lässt.
Tickets, Preise und Angebote
Der Eintritt in das Spicy’s Gewürzmuseum beträgt 7,00 € für Erwachsene. Kinder von 4 bis 15 Jahren zahlen 4,00 €, während Kinder bis 3 Jahre freien Eintritt erhalten. Für Familien gibt es ein Familienticket für 15,00 €, das für zwei Erwachsene und ein bis zwei Kinder gilt. Gruppen ab zehn Personen sowie Ermäßigungsberechtigte zahlen 6,00 € pro Person. Die Ermäßigung gilt für Studierende, Senioren, Menschen mit Behinderung. Sie können Ihre Tickets bequem online kaufen oder direkt vor Ort erwerben.
Touristen können zusätzlich sparen: Mit dem Turbopass Hamburg, einem praktischen City Pass, erhalten Besucher 1 € Rabatt auf den regulären Eintrittspreis im Spicy’s Gewürzmuseum. Der Turbopass bündelt zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Stadt in einem Pass und ermöglicht bei vielen Attraktionen kostenfreien oder vergünstigten Eintritt.
Museen in der Umgebung vom Spicy’s Gewürzmuseum
Spicy’s Gewürzmuseum entführt Besucher in die faszinierende Welt der Gewürze und vermittelt anschaulich ihre Herkunft, Handelswege und Bedeutung für Küche und Kultur. In der historischen Speicherstadt gelegen, laden in der Umgebung weitere Museen und kulturelle Einrichtungen dazu ein, Hamburgs vielfältige Museumslandschaft zwischen Handel, Geschichte und Genuss zu entdecken.
Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos
Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Spicy’s Gewürzmuseum in Hamburg.
Adresse
Spicy’s Gewürzmuseum GmbH
Am Sandtorkai 34
20457 Hamburg
Deutschland
Öffnungszeiten
- Montag bis Sonntag
10:00 – 17:00 Uhr
Kontakt
- Telefon:
+49 40 367989 - Website:
Zum Museum



