Zwischen Münchner Stadtgebiet und den Schleißheimer Schlössern liegt ein Ort, an dem Technikgeschichte nicht abstrakt erklärt, sondern im Maßstab 1:1 erfahrbar wird. Das Deutsche Museum Flugwerft Schleißheim ist als Außenstelle des Deutschen Museums eng mit dem historischen Flugplatz Oberschleißheim verbunden und verbindet museale Präsentation mit einem authentischen Standortmilieu. Der Anspruch richtet sich auf die nachvollziehbare Entwicklung der Luft- und Raumfahrt – vom frühen Gleitflug über militärische und zivile Luftfahrt bis zu Raketen als Trägersystemen.
Im Zentrum steht eine Sammlung, die technische Lösungen, Einsatzkontexte und Entwicklungswege anhand realer Fluggeräte, Antriebe und Modelle sichtbar macht. Die Flugwerft Schleißheim arbeitet dabei mit einer klaren Epochenspannweite und nutzt den großen Hallenraum, um Größenverhältnisse, Konstruktionen und Materialentscheidungen zu vermitteln. Umfang und Gliederung stützen sich auf eine breite Objektbasis: Ausstellungsfläche, Freigelände mit Landebahn sowie eine Zahl von Fluggeräten und Triebwerken, die eine durchgehende Erzählung der Luftfahrtgeschichte ermöglichen.
Dieser Beitrag bietet einen Überblick über die Entwicklung des Deutschen Museums Flugwerft Schleißheim, erläutert die Architektur des Standorts und ordnet die wichtigsten Ausstellungen und Sammlungsbereiche ein. Am Ende finden sich Hinweise zu Öffnungszeiten, Tickets und zur Besuchsplanung.
Geschichte

Der Standort Oberschleißheim ist als Flugplatz seit 1912 belegt und entstand zunächst als Basis der Königlich-Bayerischen Fliegertruppe. In dieser frühen Phase wurden erste feste Gebäude errichtet, darunter die Kommandantur als Verwaltungs- und Werkstattgebäude. Während des Ersten Weltkriegs gewann der Platz als Ausbildungsstandort an Bedeutung; zusätzliche Hallen und Lehrgebäude prägten die Infrastruktur, die den späteren Museumsrahmen vorbereitete.
Mit dem Ende des Krieges und den Umbrüchen der Weimarer Republik verschob sich die Nutzung: Post- und Passagierverkehr spielte zeitweise eine Rolle, parallel etablierte sich fliegerische Ausbildung durch die Deutsche Verkehrsfliegerschule. Der Standort blieb damit in einem Spannungsfeld aus ziviler Nutzung und institutioneller Flugausbildung verankert, bevor ab 1933 der Ausbau zum Fliegerhorst der Luftwaffe erfolgte. Ausbildungsfunktionen blieben bestehen, zugleich verdichtete sich die militärische Einbindung bis 1945.
Luftangriffe in den Kriegsjahren verursachten Schäden, nach 1945 folgte eine Phase der Belegung durch die US Army. Später nutzten auch Heeresflieger den Platz; erst mit der Verlegung Anfang der 1980er-Jahre endete der militärische Flugbetrieb in Schleißheim. In dieser Situation rückten die historischen Flugplatzgebäude in den Fokus: Erhalt statt Abriss wurde zum Ausgangspunkt eines musealen Konzepts, das Luftfahrtgeschichte am Originalort bündeln sollte.
Aus den Bemühungen der 1980er-Jahre entwickelte sich die erste Außenstelle des Deutschen Museums. Die Eröffnung der Flugwerft Schleißheim erfolgte 1992; eine moderne Ausstellungshalle ergänzte die restaurierten Bestandsgebäude und schuf die räumliche Voraussetzung für die Präsentation größerer Fluggeräte. Mit dieser Institutionalisierung wurde der Ort vom funktionsgebundenen Flugplatzareal zur öffentlich zugänglichen Museumsstätte, deren Sammlung und Vermittlung dauerhaft auf Luft- und Raumfahrt ausgerichtet sind.
Architektur
Das Deutsche Museum Flugwerft Schleißheim liegt am Rand des Flugplatzes Oberschleißheim und nutzt damit ein Umfeld, das durch Rollwege, Freiflächen und Sichtachsen auf Luftfahrtbetrieb geprägt ist. Diese städtebauliche Situation unterscheidet den Standort von innerstädtischen Technikmuseen: Außenräume und Landebahnbezug bilden einen funktionalen Rahmen, der die Hallenbauten als Teil eines größeren Ensembles lesbar macht. Zur Anlage gehört neben den Gebäuden ein Freigelände, das die Dimensionen vieler Exponate auch außerhalb geschlossener Räume nachvollziehbar macht.
Den Kern bilden historische Flugplatzgebäude aus der Anfangszeit der Fliegerei, darunter die Kommandantur von 1912 sowie die Flugwerft, deren Bau 1918 begann. Aus musealer Perspektive sind diese Bauten nicht nur Kulisse, sondern selbst Dokumente einer frühen Infrastruktur, in der Wartung, Unterstellung und Verwaltung organisiert wurden. Für die Flugwerft wird zudem eine architekturgeschichtliche Bedeutung hervorgehoben, da es sich um ein frühes Gebäude in Stahlbetonbauweise handelt.
An die restaurierten Bauteile schließt eine 1992 errichtete neue Ausstellungshalle an, die die Flächen erheblich erweitert und die Präsentation großformatiger Flugzeuge ermöglicht. Der Material- und Formkontrast – historischer Bestand neben zeitgenössischem Hallenbau – ist Teil des Raumkonzepts: Werkstatt- und Verwaltungsräume in den älteren Gebäuden stehen neben offenen Hallenzonen, die auf Spannweite, Höhe und Durchblicke ausgelegt sind. Die Gesamtfläche der Ausstellungsbereiche wird mit 8000 m² angegeben.
Im Inneren prägen industrielle Proportionen und klare Erschließung die Wahrnehmung. Hangarartige Räume erlauben Blickbeziehungen über mehrere Exponatgruppen hinweg, während Nebenräume gezielt für thematische Vertiefung genutzt werden. Ergänzend existiert eine Werkstattinfrastruktur am Standort, die die konservatorische Betreuung der Luft- und Raumfahrtsammlung unterstützt und zugleich als funktionale Ebene der Institution sichtbar bleibt.
Ausstellungen und Sammlungen
Das Deutsche Museum Flugwerft Schleißheim präsentiert Luftfahrtgeschichte anhand originaler Fluggeräte, ergänzt durch Motoren, Triebwerke, Modelle und raketentechnische Objekte. Die Spannweite reicht von frühen Gleitflugapparaten bis zu modernen Militärflugzeugen; als Eckpunkte werden ein Lilienthal-Gleiter aus dem späten 19. Jahrhundert sowie ein Hängegleiter aus dem späten 20. Jahrhundert genannt. Die Ausstellung arbeitet mit großformatigen Objekten im Hallenraum und mit vertiefenden Teilbereichen zu Technik, Nutzung und Entwicklungslinien.
Für die Präsentation werden größere Flugzeuge in der neuen Halle gebündelt, während historische Gebäude Abschnitte mit Standortbezug und frühen Epochen aufnehmen. Als Umfang werden 74 ausgestellte Fluggeräte sowie 39 Motoren und Triebwerke ausgewiesen; hinzu kommen Modelle und ein Raketenmotor der A4. Dadurch entsteht eine Struktur, in der Konstruktion, Antriebstechnik und Einsatzfelder nebeneinander verständlich werden, ohne auf reine Typenreihen reduziert zu sein.
Kuratorische Gliederung der Ausstellungsbereiche der Flugwerft Schleißheim

Ein erster Komplex bündelt Frühe Luftfahrt und macht die Pionierzeit über Gleit- und frühe Motorflugzeuge nachvollziehbar. In diesem Rahmen werden Apparate aus dem Umfeld süddeutscher Konstrukteure gezeigt und die Übergänge von aerodynamischer Erprobung zu motorisiertem Fliegen sichtbar. Die Auswahl stützt sich auf Objekte und Nachbauten, die den Stand der Technik sowie die Konstruktionsprinzipien dieser Phase dokumentieren.
Ein zweiter Schwerpunkt folgt der Bandbreite ziviler Nutzung, gegliedert in Segelflug, Sport- und Reiseflug sowie ultraleichte Konzepte. Diese Bereiche zeigen, wie Luftfahrt als Ausbildung, Sport oder Verkehrsmittel unterschiedliche Bauformen hervorbrachte und welche Rolle Materialwahl, Gewicht und Reichweite spielten. Ergänzend stehen Forschungsflugzeuge für experimentelle Erprobung und Messaufgaben, wodurch neben Serienmustern auch Entwicklungsarbeit sichtbar wird.

Ein dritter Block behandelt Militärluftfahrt in zeitlicher Staffelung von Erstem Weltkrieg über Zweiten Weltkrieg bis zum Kalten Krieg. Dabei werden Veränderungen von Aufklärung und Jagd über Transport und Bomberkonzepte bis zu Strahlflugzeugen und Prototypen nachvollziehbar. Als eigener Themenstrang sind Hubschrauber und Senkrechtstarter integriert, die das Spektrum von Schwebe- und VTOL-Konzepten dokumentieren.
Ein vierter Bereich konzentriert sich auf Flugantriebe und Raketen. Kolbenmotoren, Strahltriebwerke sowie Raketentechnik werden als entscheidende Leistungsträger erläutert; die Präsentation verknüpft Entwicklungsstufen mit technischen Prinzipien und ordnet Antriebe in den Kontext der jeweiligen Flugzeug- und Raumfahrtkonzepte ein.
Besondere Höhepunkte der Sammlungen der Flugwerft Schleißheim
- Eurofighter EF 2000 DA1
- Transall C-160D
- Panavia Tornado IDS/Recce
- Lockheed F-104G Starfighter
- Dornier Do 24
- Dornier Do 31 E
- EWR VJ 101 C
- VFW VAK 191 B
- Europa-Rakete
- Heinkel HE 11
Im laufenden Betrieb kann es durch Objektbewegungen und Neuaufstellungen zeitweise zu Einschränkungen kommen; das Haus weist für diese Phase ausdrücklich auf mögliche Beeinträchtigungen hin. Unabhängig davon bleibt die Sammlung als Gesamterzählung angelegt: Originale und technische Systeme stehen für eine langfristige Perspektive auf Luftfahrt und Raumfahrt, getragen durch den Standortbezug und die Verbindung von Hallenpräsentation, Nebenbereichen und Freigelände.
Tickets, Preise und Angebote
Für das Deutsche Museum Flugwerft Schleißheim können Besucher ihre Tickets entweder direkt vor Ort an der Kasse oder bequem im Voraus online kaufen, was besonders an Wochenenden Wartezeiten erspart. Der reguläre Eintritt für Erwachsene beträgt 9,00 €, ermäßigte Tickets kosten 6,00 €, Kinder bis 5 Jahre erhalten freien Eintritt. Eine Familienkarte ist für 19,00 € erhältlich und gilt für bis zu zwei Erwachsene mit eigenen Kindern bis 17 Jahre.
Zusätzlich bietet der Turbopass München attraktive Sparmöglichkeiten: Mit dem München City Pass ist der Eintritt zur Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim bereits inklusive, während du mit der München Card beim Eintritt Rabatt erhältst und bei vielen weiteren Attraktionen sparen kannst.
Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim – Museen in der Umgebung
Die Flugwerft Schleißheim des Deutschen Museums widmet sich der Geschichte der Luftfahrt und präsentiert historische Flugzeuge sowie technische Entwicklungen in eindrucksvoller Hangaratmosphäre. In der Umgebung laden weitere Museen und kulturelle Einrichtungen dazu ein, die Region zwischen Technikgeschichte, Schlosskultur und Wissenschaft auf vielfältige Weise zu erkunden.
Entfernung: 0,19 km

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos
Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Deutschen Museum Flugwerft Schleißheim in München.
Adresse
Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim
Effnerstraße 18
85764 Oberschleißheim
Deutschland
Öffnungszeiten
- Montag bis Sonntag
09:00 – 17:00 Uhr
Kontakt
- Telefon:
+49 89 2179-333 - Website:
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