Museum Brandhorst

Mitten im Münchner Kunstareal nimmt das Museum Brandhorst eine zentrale Position innerhalb der deutschen Gegenwartskunst ein. In unmittelbarer Nachbarschaft zu bedeutenden Ausstellungshäusern bildet es einen eigenständigen Ort für internationale Entwicklungen seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2009 steht das Haus für eine konsequente Auseinandersetzung mit künstlerischen Positionen, die ästhetische, gesellschaftliche und mediale Fragestellungen ihrer Zeit reflektieren.

Grundlage bildet die Sammlung von Udo und Anette Brandhorst, die 1993 in eine Stiftung überführt wurde. Der Freistaat Bayern errichtete das Gebäude und verantwortet den Betrieb im Rahmen der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Inhaltlich konzentriert sich das Museum Brandhorst auf Werkkomplexe mit klar erkennbaren Schwerpunkten. Ziel ist es, künstlerische Entwicklungen vertieft darzustellen und zentrale Strömungen der Kunst seit den 1960er-Jahren nachvollziehbar zu machen.

Nachfolgend erhalten Sie eine strukturierte Darstellung zur Entstehung des Museum Brandhorst, zu seiner architektonischen Ausformung sowie zu maßgeblichen Ausstellungen und Sammlungsbereichen. Ergänzend finden Sie am Ende praktische Informationen zu Öffnungszeiten, Tickets und zur Planung Ihres Museumsbesuchs.

Geschichte

Die Anfänge der Sammlung reichen in die 1970er-Jahre zurück. Anette und Udo Brandhorst begannen zunächst mit Werken der Klassischen Moderne, bevor sie sich verstärkt zeitgenössischen Positionen zuwandten. In den folgenden Jahren erwarben sie Arbeiten prägender Künstler der Nachkriegszeit und entwickelten schrittweise inhaltliche Schwerpunkte.

1993 wurde der Bestand in die Udo und Anette Brandhorst Stiftung eingebracht. Mit dieser Entscheidung verfolgten die Sammler das Ziel, ihre Werke langfristig öffentlich zugänglich zu machen. Nach dem Tod von Anette Brandhorst intensivierte Udo Brandhorst die Planungen für ein eigenständiges Ausstellungshaus.

Um die Jahrtausendwende begannen Gespräche mit verschiedenen öffentlichen Trägern. Der Freistaat Bayern erklärte sich schließlich bereit, Bau und Betrieb eines Museums zu übernehmen. Im Gegenzug stellte die Stiftung neben den Kunstwerken ein erhebliches Kapital zur Verfügung, aus dessen Erträgen fortlaufend Ankäufe finanziert werden.

Am 18. Mai 2009 wurde das Museum Brandhorst im Rahmen eines Staatsaktes eingeweiht und wenige Tage später eröffnet. Seitdem fungiert es als jüngste Institution innerhalb der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Die Leitung der Sammlung obliegt dem jeweiligen Direktor der Stiftung, während der Freistaat im Stiftungsrat vertreten ist.

Architektur

Der Bau befindet sich an der nordöstlichen Ecke des Kunstareals auf dem Gelände der ehemaligen Türkenkaserne. Mit seinem Eingang an der Ecke Türken- und Theresienstraße vermittelt er zwischen Museumsquartier, Maxvorstadt und Universitätsviertel. Planung und Entwurf stammen vom Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton, die Realisierung lag beim Staatlichen Bauamt München I.

Das Gebäude setzt sich aus einem zweigeschossigen Langbau und einem höheren, nach Norden verbreiterten Kopfbau zusammen. Ein durchgehendes Fensterband verbindet beide Baukörper. Hinter der großzügigen Verglasung öffnet sich ein Foyer mit Kasse, Buchladen und Restaurant. Charakteristisch ist die Fassade aus 36.000 vertikal montierten Keramikstäben in 23 Farbtönen. Sie erzeugt je nach Blickwinkel unterschiedliche optische Eindrücke und trägt zugleich zur Schallreduktion bei.

Im Inneren prägen weiße Wandflächen und massive Dielen aus dänischer Eiche die Galerien. Die Ausstellungsräume verteilen sich auf drei Ebenen mit unterschiedlichen Proportionen. Ein polygonaler Saal im Obergeschoss wurde eigens für den Zyklus „Lepanto“ von Cy Twombly konzipiert. Tageslicht gelangt über textilbespannte Lichtdecken in die Räume, ergänzt durch steuerbares Kunstlicht. Technisch basiert das Haus auf einem nachhaltigen Energiekonzept mit Bauteilaktivierung und Nutzung von Grundwasserwärme.

Ausstellungen und Sammlungen

Museum Brandhorst - München - Rosen-Saal mit den großformatigen Rosen-Gemälden von Cy Twombly
Rosen-Saal – © Cy Twombly Foundation, Dirk Tracke, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Die Bestände umfassen über 1.200 Werke moderner und zeitgenössischer Kunst seit den 1950er-Jahren. Im Mittelpunkt stehen Künstler, die die Entwicklung der Kunst nach 1945 maßgeblich beeinflusst haben. Ein besonderer Fokus liegt auf US-amerikanischen Positionen der 1960er- bis 1990er-Jahre sowie auf Werkgruppen, die in geschlossener Form präsentiert werden.

Charakteristisch ist die vertiefte Darstellung einzelner künstlerischer Werkgruppen. Mehrere Räume sind umfangreichen Werkkomplexen gewidmet, wodurch stilistische Entwicklungen und thematische Kontinuitäten nachvollziehbar werden. Ergänzend treten Wechselausstellungen hinzu, die aktuelle Fragestellungen aufgreifen oder historische Konstellationen neu beleuchten.

Thematische Schwerpunkte der Ausstellungen im Museum Brandhorst

Museum Brandhorst - München - Lepanto-Saal mit dem monumentalen Gemälden von Cy Twombly
Lepanto-Saal – © Cy Twombly Foundation, Dirk Tracke, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Die Präsentation gliedert sich in klar definierte Schwerpunkte. Einen zentralen Bereich bildet das Werk von Cy Twombly mit Gemälden, Arbeiten auf Papier und Skulpturen. Ein weiterer Fokus liegt auf Andy Warhol und der Pop Art. Hinzu kommen Positionen der Konzeptkunst, Minimal Art sowie Malerei und Skulptur seit den 1980er-Jahren.

Seit 2021 ergänzt die Eva Felten Fotosammlung das Profil. Rund 450 fotografische Arbeiten vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart erweitern die mediale Bandbreite. Die Sammlung umfasst sowohl sozialdokumentarische Ansätze als auch konzeptuelle und installative Formen.

Besondere Höhepunkte der Sammlungen im Museum Brandhorst

  • Cy Twombly
    „Lepanto“ (2001), zwölfteiliger Gemäldezyklus, „Untitled (Roses)“ (2008)
  • Andy Warhol
    „Round Marilyn“ (1962), „Mustard Race Riot“ (1963), „Mustard Race Riot“ (1963), „Triple Elvis“ (1963), „Triple Elvis“ (1963)
  • Joseph Beuys
    „Wo ist mein Schmuck? Wo sind meine Scheiben, meine Zaumzeuge?“

Einzelne Räume können aufgrund von Leihgaben oder konservatorischen Maßnahmen temporär verändert sein. Insgesamt vermittelt das Museum Brandhorst einen strukturierten Überblick über zentrale Entwicklungen der Kunst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und dokumentiert die kontinuierliche Erweiterung einer privat initiierten Sammlung im öffentlichen Kontext.

Tickets, Preise und Angebote

Im Museum Brandhorst in München können Besucher ihre Tickets online oder direkt an der Kasse kaufen. Der reguläre Eintritt beträgt 7,00 €, ermäßigte Tickets kosten 5,00 €. Am Sonntag zahlen Besucher lediglich 1,00 €. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten freien Eintritt. Die Tickets gelten für die komplette Sammlung sowie die Sonderausstellungen.

Als Sparoption bietet sich zudem der Turbopass München an, der als München Card oder München City Pass erhältlich ist und den Eintritt zu mehreren Museen, Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten in München bündelt.

Museen in der Umgebung vom Museum Brandhorst

Das Museum Brandhorst setzt mit seiner markanten Architektur und der bedeutenden Sammlung zeitgenössischer Kunst starke Akzente im Münchner Kunstareal. In unmittelbarer Nachbarschaft laden weitere renommierte Museen dazu ein, künstlerische Entwicklungen vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart in einem kompakten kulturellen Umfeld zu entdecken.

Entfernung: 0,20 km

Pinakothek der Moderne - München - Außenansicht der modernen Architektur von Stephan Braunfels, die vier Museen für Kunst, Graphik, Architektur und Design unter einem Dach vereint
Pinakothek der Moderne - © Myrzik und Jarisch

Entfernung: 0,30 km

Neue Pinakothek - München - Außenansicht des postmodernen Museumsgebäudes von Alexander von Branca mit großem Treppenaufgang und Skulptur auf dem Vorplatz
© Neue Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Entfernung: 0,32 km

Alte Pinakothek - München - Außenansicht des Museumsgebäudes mit Besuchern auf der davorliegenden Liegewiese
Alte Pinakothek - © Severin Schweiger

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Museum Brandhorst in München.

Adresse

Museum Brandhorst
Theresienstraße 35a
80333 München
Deutschland

Öffnungszeiten

  • Montag geschlossen
  • Dienstag bis Mittwoch
    10:00 – 18:00 Uhr
  • Donnerstag
    10:00 – 20:00 Uhr
  • Freitag bis Sonntag
    10:00 – 18:00 Uhr

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