Neue Pinakothek

Als zentrales Museum für europäische Kunst des 19. Jahrhunderts nimmt die Neue Pinakothek innerhalb der internationalen Museumslandschaft eine besondere Stellung ein. Bereits bei ihrer Gründung verfolgte die Institution den Anspruch, zeitgenössische Kunst systematisch zu sammeln, öffentlich zugänglich zu machen und in einen historischen Zusammenhang einzuordnen. Damit etablierte sich das Haus früh als kulturelles Bindeglied zwischen klassischer Tradition und künstlerischer Erneuerung, dessen Bedeutung weit über den regionalen Rahmen hinausreicht. Innerhalb des Münchner Kunstareals bildet die Neue Pinakothek einen bewussten Übergang zwischen älteren Bildtraditionen und der Kunst der Moderne.

Der inhaltliche Fokus der Neue Pinakothek liegt auf der differenzierten Darstellung eines Jahrhunderts tiefgreifender gesellschaftlicher, politischer und ästhetischer Umbrüche. Die Sammlung folgt keinem nationalen Narrativ, sondern setzt auf einen europäischen Vergleich, der Entwicklungen, Brüche und Kontinuitäten sichtbar macht. Ziel des Hauses ist es, künstlerische Strömungen nicht isoliert zu präsentieren, sondern als Teil eines komplexen kulturellen Gefüges zu vermitteln. Die institutionelle Ausrichtung verbindet wissenschaftliche Sammlungspflege mit einer nachvollziehbaren Präsentation für ein breites Publikum.

Der folgende Beitrag stellt die Geschichte der Neue Pinakothek, ihre architektonischen Besonderheiten sowie die wichtigsten Ausstellungen und Sammlungen vor. Ergänzend finden Sie am Ende praktische Hinweise zu Öffnungszeiten, Ticketoptionen und der Planung Ihres Museumsbesuchs.

Geschichte

Die Neue Pinakothek wurde im Jahr 1853 auf Initiative von König Ludwig I. von Bayern eröffnet. Ziel war es, eine öffentliche Galerie für zeitgenössische Kunst zu schaffen, die bewusst neben der bereits bestehenden Alten Pinakothek positioniert wurde. Grundlage bildete die seit 1809 aufgebaute Privatsammlung des Königs, die vor allem Werke lebender Künstler sowie Kunst der jüngeren Vergangenheit umfasste. Damit entstand erstmals ein Museum, das aktuelle Kunst systematisch sammelte und dauerhaft präsentierte.

In den ersten Jahrzehnten prägten insbesondere Werke der Münchner Schule sowie der deutschen Romantik das Profil der Sammlung. Die institutionelle Entwicklung verlief zunächst zurückhaltend, da Ankäufe stark an den persönlichen Vorlieben des Stifters orientiert blieben. Erst im frühen 20. Jahrhundert kam es zu einer inhaltlichen Öffnung. Unter der Leitung von Hugo von Tschudi richtete sich der Blick verstärkt auf internationale Entwicklungen, insbesondere auf die französische Moderne. In diesem Zusammenhang gelangten zentrale Werke des Impressionismus in den Bestand.

Der Zweite Weltkrieg markierte einen tiefen Einschnitt in der Geschichte des Hauses. Das ursprüngliche Museumsgebäude wurde 1944 schwer beschädigt und brannte vollständig aus. Die Sammlung war zu diesem Zeitpunkt weitgehend ausgelagert und blieb dadurch erhalten. Nach dem Krieg entschied man sich gegen einen Wiederaufbau der Ruine; das Gelände blieb über Jahrzehnte ungenutzt.

Erst mit der Eröffnung eines Neubaus im Jahr 1981 erhielt die Neue Pinakothek wieder einen festen Standort. Seitdem entwickelte sich das Museum zu einer der wichtigsten Sammlungen europäischer Kunst des 19. Jahrhunderts. Aufgrund umfangreicher Sanierungsmaßnahmen ist das Gebäude seit 2019 geschlossen, während ausgewählte Werke vorübergehend an anderen Standorten präsentiert werden.

Architektur

Die Neue Pinakothek befindet sich im Münchner Kunstareal und steht in unmittelbarer Nachbarschaft zur Alten Pinakothek sowie zur Pinakothek der Moderne. Diese städtebauliche Anordnung folgt einem bewussten kulturhistorischen Konzept, das verschiedene Epochen der Kunst räumlich miteinander verbindet. Der heutige Museumsbau ersetzt den im Krieg zerstörten Vorgängerbau aus dem 19. Jahrhundert.

Der Neubau wurde nach einem Wettbewerb dem Architekten Alexander von Branca übertragen und zwischen 1975 und 1981 realisiert. Bauherr war der Freistaat Bayern, vertreten durch die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Die Architektur verbindet einen modernen Stahlbetonkern mit einer Natursteinfassade, die bewusst historische Formelemente aufgreift. Rundbogenfenster, massive Wandflächen und plastische Baukörper prägen das äußere Erscheinungsbild.

Das Raumkonzept folgt den funktionalen Anforderungen eines Kunstmuseums. Die Ausstellungsräume sind so angelegt, dass eine weitgehend chronologische Abfolge möglich ist, ohne starre Wegeführungen vorzugeben. Oberlichtsäle sorgen für eine gleichmäßige, indirekte Beleuchtung der Gemälde. Ergänzt wird die Struktur durch Innenhöfe und verbindende Gänge, die Orientierung und Ruhepunkte schaffen.

Im Zuge der aktuellen Generalsanierung werden technische Infrastruktur, Barrierefreiheit und Besucherbereiche behutsam angepasst. Die gestalterische Grundidee bleibt dabei erhalten. Ziel ist eine zeitgemäße Nutzung des Gebäudes, ohne den architektonischen Charakter des Hauses zu verändern.

Ausstellungen und Sammlungen

Die Sammlung der Neue Pinakothek widmet sich der europäischen Kunst vom späten 18. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Bestand umfasst Gemälde und Skulpturen, die unterschiedliche künstlerische Strömungen in ihrer zeitlichen Abfolge dokumentieren. Präsentiert wird keine lineare Stilgeschichte, sondern ein vielschichtiger Überblick, der nationale Schulen, thematische Schwerpunkte und individuelle Positionen miteinander verknüpft.

Ein zentrales Merkmal der Präsentation ist die Verbindung von Malerei und Plastik innerhalb gemeinsamer thematischer Zusammenhänge. Die Auswahl der Werke erlaubt Einblicke in gesellschaftliche, religiöse und politische Fragestellungen ihrer Entstehungszeit. Trotz der derzeitigen Schließung bleibt die Sammlung durch Ausweichpräsentationen in anderen Münchner Museen in Teilen zugänglich.

Thematische Gliederung der Ausstellungen

Die Ausstellungen gliedern sich in mehrere kunsthistorische Schwerpunkte. Den Auftakt bilden Werke des Klassizismus und der Aufklärung, gefolgt von der Romantik in ihren deutschen und europäischen Ausprägungen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Malerei des Biedermeier sowie der Realismus des 19. Jahrhunderts.

Breiten Raum nehmen französische und deutsche Entwicklungen der zweiten Jahrhunderthälfte ein, darunter Impressionismus und Post-Impressionismus. Ergänzt wird dieser Bereich durch symbolistische und jugendstilnahe Positionen, die den Übergang zur Moderne markieren. Skulpturen des 19. Jahrhunderts sind integraler Bestandteil der Präsentation.

Besondere Höhepunkte der Sammlungen

Aufgrund konservatorischer Anforderungen, Leihgaben oder baulicher Maßnahmen kann es zu temporären Umhängungen kommen. Insgesamt bietet die Sammlung der Neue Pinakothek einen fundierten Überblick über ein prägendes Jahrhundert europäischer Kunstgeschichte und bleibt auch während der Sanierungsphase ein zentraler Bezugspunkt innerhalb der Münchner Museumslandschaft.

Tickets, Preise und Angebote

Aufgrund von Sanierungsarbeiten ist die Neue Pinakothek derzeit geschlossen. Die Wiedereröffnung des Museums ist für 2030 geplant.

Der Eintritt in die Neue Pinakothek kostet für Erwachsene 9,00 €. Personen über 65 Jahre, Schwerbehinderte und Studierende erhalten ermäßigten Eintritt für 6,00 €. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Am Sonntag beträgt der Eintritt für alle Besucher lediglich 1,00 €. Tickets können vor Ort oder bequem online gekauft werden.

Wenn Sie mehrere Museen in München besuchen möchten, empfiehlt sich den Turbopass München zu kaufen. Mit dem München City Pass haben Sie freien Eintritt zu über 45 Museen und Attraktionen und sparen die Kosten für einzelne Tickets. Die München Card bietet hingegen Ermäßigungen auf den Eintrittspreise, jedoch keinen kostenlosen Zugang. Optional ist beim City Pass auch die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs enthalten, was Ihren Besuch noch komfortabler macht.

Neue Pinakothek – Museen in der Umgebung

Die Neue Pinakothek widmet sich der europäischen Kunst des 19. Jahrhunderts und schlägt den Bogen von Klassizismus und Romantik bis zu den Wegbereitern der Moderne. In ihrer Umgebung laden weitere bedeutende Museen des Münchner Kunstareals dazu ein, künstlerische Entwicklungen über Epochen hinweg im direkten Vergleich zu entdecken.

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten der Neue Pinakothek in München.

Adresse

Neue Pinakothek
Barer Straße 29
80799 München
Deutschland

Öffnungszeiten

  • Aufgrund von Sanierungsarbeiten geschlossen

Kontakt