Die Sammlung Schack bewahrt ein geschlossenes Ensemble deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts und dokumentiert zugleich die Kunstauffassung ihres Stifters Adolf Friedrich Graf von Schack. Im Zentrum stehen Werke, die Literatur, Mythos und idealisierte Landschaft als geistige Gegenwelten zur Moderne begreifen. Damit ist die Sammlung weniger als Überblick über alle Strömungen ihrer Zeit angelegt, sondern als bewusst komponiertes Konvolut, das eine bestimmte ästhetische Haltung sichtbar macht.
Verortet ist die Sammlung Schack in München im Gebäude an der Prinzregentenstraße und organisatorisch Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. Der Bestand umfasst rund 180 Gemälde deutscher Künstler des 19. Jahrhunderts sowie eine umfangreiche Gruppe von Kopien nach Werken des 16. und 17. Jahrhunderts. Grundlage der Auswahl war ein idealistischer Kunstbegriff, der Historienbilder und Landschaften bevorzugte und realistische Alltagsdarstellungen weitgehend ausschloss. Dadurch entstand eine Sammlung mit klar erkennbarem Profil und hoher innerer Geschlossenheit.
Der folgende Beitrag stellt die Geschichte der Sammlung Schack, ihre architektonischen Besonderheiten sowie die wichtigsten Ausstellungen und Sammlungen vor. Ergänzend finden Sie am Ende praktische Hinweise zu Öffnungszeiten, Tickets und der Planung Ihres Museumsbesuchs.
Geschichte
Die Geschichte der Sammlung Schack ist untrennbar mit der Biografie Adolf Friedrich Graf von Schacks (1815–1894) verbunden. Geboren in Schwerin, war er zunächst im Staatsdienst tätig, bevor er sich literarischen und wissenschaftlichen Studien widmete. 1856 folgte er einer Einladung König Maximilians II. nach München und ließ sich dort dauerhaft nieder. In diesem Umfeld begann er, sich intensiver mit zeitgenössischer Malerei auseinanderzusetzen.
Ein früher dokumentierter Erwerb war 1857 Bonaventura Genellis „Die Vision des Ezechiel“. Aus zunächst vereinzelten Ankäufen entwickelte sich in den 1860er Jahren eine systematische Sammlungstätigkeit. Schack unterstützte gezielt junge oder am Kunstmarkt wenig etablierte Künstler wie Arnold Böcklin, Anselm Feuerbach, Hans von Marées und Moritz von Schwind. Er erwarb häufig Werkgruppen und vergab Aufträge, um eine nachhaltige Förderung zu ermöglichen. Sein Auswahlkriterium war ein idealistisches Kunstverständnis, das sich an Literatur, Mythologie und historischer Überlieferung orientierte.
Parallel dazu ließ Schack Kopien nach Hauptwerken der Renaissance und des Barock anfertigen. Besonders venezianische Malerei – von Giorgione und Tizian bis Tintoretto und Veronese – bildete einen Schwerpunkt. Mit der Ausführung beauftragte er unter anderem Franz von Lenbach sowie weitere Kopisten. Die Kopien sollten die Werke in ihrem damaligen Erhaltungszustand wiedergeben und dienten zugleich der künstlerischen Ausbildung.
Seit 1865 war die Sammlung im Palais Schacks in der Brienner Straße öffentlich zugänglich. 1876 verfügte er testamentarisch, dass die Gemälde nach seinem Tod in das Eigentum des deutschen Kaisers übergehen sollten. Nach Schacks Tod 1894 fiel der Bestand an Wilhelm II., der entschied, die Sammlung in München zu belassen.
1909 wurde an der Prinzregentenstraße ein neues Galeriegebäude eröffnet. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte die Sammlung zum beschlagnahmten Kronvermögen. 1932 ging sie in preußische Verwaltung über. Mit Erlass vom 1. Februar 1939 wurde sie in das Eigentum des Freistaats Bayern überführt und den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen eingegliedert.
Die Sammlung blieb in ihrer Grundstruktur seit dem Tod des Stifters weitgehend erhalten. Verluste sind dokumentiert: Drei Gemälde wurden 1931 beim Brand des Münchner Glaspalasts zerstört, hinzu kommen weitere Verluste. Das Gebäude erlitt im Zweiten Weltkrieg Schäden, konnte jedoch vergleichsweise rasch instandgesetzt werden. Am 2. August 1950 wurde die Galerie als erstes Münchner Kunstmuseum nach dem Krieg wieder eröffnet. Spätere Sanierungen, unter anderem 2009 und 2016, dienten der baulichen und musealen Aktualisierung.
Architektur
Das heutige Galeriegebäude der Sammlung Schack befindet sich an der Prinzregentenstraße in München. Es entstand in baulicher Einheit mit der benachbarten Preußischen Gesandtschaft und wurde am 18. September 1909 eröffnet. Erste Entwürfe für den Baukomplex stammen von Adolf von Hildebrand; die Ausführung erfolgte durch Max Littmann.
Der Bau ist als reines Galeriegebäude konzipiert. Die Ausstellungsräume verfügen teilweise über Oberlicht, teilweise über seitliche Lichtführung. Diese differenzierte Beleuchtung ermöglicht eine gleichmäßige Präsentation großformatiger Historienbilder ebenso wie eine konzentrierte Betrachtung kleinerer Formate.
Insgesamt stehen 20 Ausstellungsräume zur Verfügung: zehn im Erdgeschoss, sieben im ersten Obergeschoss und drei im Dachgeschoss. Diese Struktur erlaubt eine thematische Gliederung der Präsentation, ohne die Sammlung chronologisch zu erzwingen. Der Bau folgt damit der Idee einer geordneten Bildabfolge, die sich am Sammlerkonzept orientiert.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude beschädigt, blieb jedoch in seiner Grundstruktur erhalten. Spätere Renovierungen betrafen insbesondere Oberflächen, Böden und Farbgestaltungen der Räume. 2009 wurden beide Hauptgeschosse anlässlich des 100-jährigen Bestehens überarbeitet. 2016 kamen nach Abschluss einer Teilsanierung auch die Dachgeschosssäle wieder hinzu. Das Gebäude dient seither weiterhin ausschließlich der Präsentation der Sammlung.
Ausstellungen und Sammlungen

Im Zentrum der Sammlung Schack stehen Gemälde deutscher Künstler des 19. Jahrhunderts, die überwiegend zwischen 1840 und 1880 entstanden sind. Der Bestand umfasst derzeit 183 Originale und 84 Kopien. Die Auswahl folgt keinem repräsentativen Überblick über alle Stilrichtungen, sondern spiegelt die ästhetischen Überzeugungen des Stifters wider.
Thematisch dominieren Historienbilder, literarisch inspirierte Darstellungen und idealisierte Landschaften. Antike Mythen, mittelalterliche Sagen sowie Stoffe aus Dante, Petrarca oder Goethe erscheinen als Bildthemen. Landschaften aus Italien, Griechenland und Spanien verweisen auf Schacks eigene Reiseerfahrungen und seine literarischen Interessen. Genremalerei ist nur in geringem Umfang vertreten.
Ein eigenständiger Bereich ist die Kopiensammlung. Zwischen 1864 und 1881 ließ Schack insgesamt 85 Kopien anfertigen; 84 befinden sich heute im Bestand. Ein Schwerpunkt liegt auf venezianischer Renaissance, ergänzt durch flämische und spanische Vorbilder. Die Kopien dokumentieren sowohl die Rezeption alter Meister im 19. Jahrhundert als auch die Arbeitsweise der beauftragten Künstler.
Zentrale Themen und Ausstellungsbereiche der Sammlung Schack
Die Präsentation ist thematisch gegliedert. Bereiche widmen sich deutschen Sagen und Märchen, insbesondere Werken Moritz von Schwinds. Weitere Schwerpunkte bilden Historienbilder und Eposdarstellungen, Landschaften des Südens sowie Werkgruppen einzelner Künstler wie Arnold Böcklin, Anselm Feuerbach oder Hans von Marées. Die Kopien alter Meister nehmen eigene Räume ein und verdeutlichen die kunsthistorischen Bezüge der Sammlung.
Seit 2019 werden aufgrund der Schließung der Neuen Pinakothek ausgewählte Werke aus deren Bestand temporär in der Sammlung Schack gezeigt. Diese Präsentation erfolgt ergänzend und berührt den historischen Kernbestand nicht dauerhaft.
Herausragende Meisterwerke der Sammlung Schack
- Franz von Lenbach
Hirtenknabe (1860) - Moritz von Schwind
Rübezahl, Des Knaben Wunderhorn - Arnold Böcklin
Villa am Meer II (1865) - Anselm Feuerbach
Paolo und Francesca (1864) - Hans von Marées
Die Schwemme (1864) - Carl Spitzweg
Der Abschied (um 1855) - Franz von Lenbach
Kaiser Karl V. nach der Schlacht bei Mühlberg (Kopie nach Tizian, 1868) - Ernst Friedrich von Liphart
Ländliches Konzert (Kopie nach Giorgione)
Die Sammlung bleibt damit ein geschlossenes Zeugnis eines individuellen Sammlerwillens, der literarische Bildung, Reiseerfahrung und künstlerische Förderung in einer dauerhaft bewahrten Konstellation zusammengeführt hat.
Tickets, Preise und Angebote
Tickets für die Sammlung Schack in München können erwachsene Besucher für 4,00 € kaufen. Der ermäßigte Eintritt beträgt 3,00 € und gilt für Studierende sowie Besucher ab 65 Jahren. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt. An Sonntagen kostet der Eintritt für alle Besucher nur 1,00 €.
Tickets lassen sich bequem online kaufen oder direkt vor Ort an der Kasse erwerben. Der Eintritt umfasst die Dauerausstellung mit bedeutenden Werken deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts.
Wer zusätzlich weitere Sehenswürdigkeiten in München entdecken möchte, kann den Turbopass München nutzen. Je nach gewählter Turbopass-Variante werden Rabatte oder freier Eintritt bei zahlreichen Attraktionen gewährt.
Museen in der Umgebung von der Sammlung Schack
Die Sammlung Schack präsentiert bedeutende Werke deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts, darunter Hauptwerke der Spätromantik und des Historismus, in einem konzentrierten musealen Rahmen. In ihrer Umgebung laden weitere Museen dazu ein, Münchens facettenreiche Kunstlandschaft vom Klassizismus bis zur Moderne im direkten Vergleich zu entdecken.
Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos
Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten von der Sammlung Schack in München.
Adresse
Sammlung Schack
Prinzregentenstraße 9
80538 München
Deutschland
Öffnungszeiten
- Montag und Dienstag
geschlossen - Mittwoch bis Sonntag
10:00 – 18:00 Uhr
Kontakt
- Telefon:
+49 89 23805-216 - Website:
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