Staatliches Museum Ägyptischer Kunst

Mitten im Münchner Kunstareal widmet sich das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst (SMÄK) einer der ältesten Hochkulturen der Menschheit. Als Kunstmuseum mit klarem Sammlungsprofil präsentiert es altägyptische und antike sudanesische Werke in einem eigenständigen architektonischen Rahmen. In der deutschen Museumslandschaft nimmt das Haus eine besondere Stellung ein, da es die ägyptische Kunst konsequent aus einer kunsthistorischen Perspektive erschließt und ihre formalen wie ikonografischen Qualitäten in den Mittelpunkt stellt.

Das Sammlungskonzept des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst gründet auf historischen Erwerbungen bayerischer Herrscher seit dem 16. Jahrhundert sowie auf späteren staatlichen und privaten Zugängen. Heute sammelt, bewahrt, erforscht und vermittelt das Museum Kunst und Kultur des Alten Ägypten sowie des antiken Sudan. Die Dauerausstellung folgt einer thematischen Struktur und verbindet wissenschaftliche Fundierung mit zeitgemäßer Präsentation. Ziel ist eine verantwortungsvolle, transparente Vermittlung kulturellen Erbes unter Beachtung internationaler ethischer Standards.

Der folgende Beitrag beleuchtet die Geschichte des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst, seine architektonischen Besonderheiten sowie die zentralen Ausstellungen und Sammlungen. Zusätzlich finden Sie am Ende praktische Hinweise zu Öffnungszeiten, Ticketoptionen und zur Planung Ihres Museumsbesuchs.

Geschichte

Die Wurzeln des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst reichen in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Herzog Albrecht V. ließ für seine Kunstkammer erste Aegyptiaca erwerben und legte damit den Grundstein für eine Sammlung altägyptischer Objekte in München. Bedeutende Erweiterungen erfolgten im frühen 19. Jahrhundert unter Kronprinz und späterem König Ludwig I., der zahlreiche Werke aus europäischen Sammlungen ankaufte.

1816 gelangten erste bedeutende Stücke nach München, darunter eine lebensgroße Statue eines falkenköpfigen Gottes. Es folgten weitere Erwerbungen aus den Sammlungen von Ferdinand Michel, Franz Wilhelm Sieber, Bernardino Drovetti und Giuseppe Ferlini. Parallel dazu baute die Königlich Bayerische Akademie der Wissenschaften eigene Bestände auf, insbesondere beschriftete Denkmäler wie Stelen und Särge.

Im 20. Jahrhundert wuchs die Sammlung durch Beiträge bürgerlicher Mäzene, wissenschaftlicher Institutionen sowie durch Grabungsbeteiligungen weiter an. 1966 wurde die „Ägyptische Sammlung des Bayerischen Staates“ gegründet. 1970 eröffnete in der Münchner Residenz eine Neuausstellung unter dem Namen Staatliche Sammlung Ägyptischer Kunst. Im Jahr 2000 erhielt das Haus die heutige Bezeichnung Staatliches Museum Ägyptischer Kunst.

Seit dem 11. Juni 2013 befindet sich das Museum in einem eigens errichteten Neubau im Kunstareal. Träger ist der Freistaat Bayern. Die institutionelle Entwicklung wurde von mehreren Direktoren geprägt, darunter Dietrich Wildung, Sylvia Schoske und seit 2022 Arnulf Schlüter.

Architektur

Der heutige Bau des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst entstand nach einem Architekturwettbewerb im Auftrag des Freistaats Bayern. Entworfen wurde das Gebäude von Peter Böhm. Es befindet sich gemeinsam mit der Hochschule für Fernsehen und Film im Münchner Kunstareal.

Die 13 Ausstellungsräume liegen vollständig im Untergeschoss. Eine breite Freitreppe führt zu einer markanten Portalwand aus Sichtbeton. Von dort aus erschließt eine Rampe die eigentlichen Sammlungsbereiche. Sichtbeton, Glas und gebürstetes Aluminium prägen die Materialität des Bauwerks. Ein versenkter Lichthof bringt Tageslicht in zentrale Hallen.

Die räumliche Dramaturgie arbeitet mit wechselnden Proportionen. Hohe, schiffartige Hallen gehen in kleinere, konzentrierte Räume über. Die Architektur verzichtet bewusst auf dekorative Ägyptisierung. Stattdessen entstehen Assoziationen an Tempelräume und Grabanlagen durch Raumwirkung und Lichtführung.

Foyer, Auditorium, Ateliers und Shop sind funktional integriert. Vor dem Gebäude befindet sich die Skulptur „Present Continuous“ von Henk Visch. Der Museumsbau wurde im Juni 2013 eröffnet und ist speziell auf konservatorische Anforderungen ausgerichtet.

Ausstellungen und Sammlungen

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst - München - Ausstellung: Eine kostbare goldene Totenmaske und antike Sarkophage
Totenmaske und antike Sarkophage – © SMÄK, Claus Rammel

Im Mittelpunkt des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst stehen originale Werke aus einem Zeitraum von mehr als fünf Jahrtausenden. Der Bestand umfasst Skulpturen, Reliefs, beschriftete Stelen, Särge, Metallarbeiten, Schmuck, Textilien und Papyri. Zeitlich reicht die Sammlung von der prädynastischen Epoche bis in die römische Kaiserzeit und wird durch Objekte aus Nubien, dem antiken Sudan sowie dem Alten Orient ergänzt. Diese Breite erlaubt es, unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen in ihrem jeweiligen historischen Zusammenhang zu betrachten.

Die Präsentation folgt keiner rein chronologischen Abfolge. Stattdessen werden inhaltliche Zusammenhänge betont. Vergleichbare Figurentypen, religiöse Motive oder handwerkliche Techniken erscheinen in räumlicher Nähe und ermöglichen direkte Gegenüberstellungen. Eine Galerie verdichtet die zeitliche Dimension auf komprimierter Fläche und macht langfristige Entwicklungen nachvollziehbar. Digitale Stationen und ein ausleihbarer Multimedia-Guide vertiefen ausgewählte Objekte mit zusätzlichen Informationen.

Aufbau und inhaltliche Schwerpunkte der Ausstellungen des SMÄK

taatliches Museum Ägyptischer Kunst - München - Ausstellung: Antike Tongefäße, Skulpturen und Grabbeigaben in einer Vitrine
Antike Tongefäße, Skulpturen und Grabbeigaben – © SMÄK, Claus Rammel

Der Rundgang beginnt mit der Auseinandersetzung mit künstlerischen Ausdrucksformen. Unterschiedliche Statuentypen – darunter Standfiguren, Sitzbilder und Würfelstatuen – werden vergleichend gezeigt. Formale Konstanten und bewusste Abweichungen werden dadurch deutlich.

Ein weiterer Schwerpunkt gilt religiösen Vorstellungswelten. Räume zum Jenseitsglauben versammeln Scheintüren, Särge und Totenbuchpapyri. Kultbilder und Metallfiguren veranschaulichen Götterikonografie und rituelle Praxis. Abschnitte zu Schrift und Text sowie zum Königtum behandeln politische Repräsentation und administrative Funktionen anhand beschrifteter Denkmäler.

Eigene Bereiche widmen sich Nubien und dem meroitischen Reich. Assyrische Reliefplatten aus Nimrud erweitern die Perspektive auf angrenzende Kulturräume des Alten Orients. Auf diese Weise entsteht ein differenziertes Bild kultureller Wechselwirkungen über regionale Grenzen hinweg.

Besondere Höhepunkte der Sammlungen des SMÄK

  • Doppelstatue des Pharao Niuserre
  • Sargmaske der Königin Satdjehuti
  • Kultbild des Gottes Horus als Falke mit Doppelkrone
  • Obelisk des Titus Sextius Africanus
  • Goldschatz der meroitischen Königin Amanishakheto
  • Gesichtsfragment einer Kolossalstatue des Echnaton
  • Kniefigur des Senenmut

Die kuratorische Ordnung macht sichtbar, wie sich künstlerische Formensprache, religiöse Konzepte und Herrschaftsdarstellungen im Verlauf von Jahrtausenden wandelten und zugleich in bestimmten Grundmustern fortbestanden.

Tickets, Preise und Angebote

Tickets für das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst können vor Ort oder online gekauft werden. Der reguläre Preis beträgt 7,00 €. Ermäßigt kostet der Eintritt 5,00 €. Die Ermäßigung gilt für Schüler, Studierende, Auszubildende, Schwerbehinderte. Am Sonntag kostet der Eintritt 1,00 €. Personen unter 18 Jahren haben freien Zugang. Ein MedienGuide ist im Ticket enthalten. Für Sonderausstellungen können abweichende Ticketpreise gelten.

Zusätzlich ist der Eintritt in das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst im Turbopass München enthalten. Die Varianten München Card und München City Pass bieten ermäßigten oder freien Eintritt zu zahlreichen Münchner Sehenswürdigkeiten und Museen sowie optional die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst – Museen in der Umgebung

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst präsentiert herausragende Zeugnisse altägyptischer Kultur – von monumentalen Skulpturen bis zu fein gearbeiteten Alltagsobjekten – in einer modern inszenierten Ausstellungsarchitektur. In seiner unmittelbaren Umgebung laden weitere Museen dazu ein, Kunst- und Kulturgeschichte aus unterschiedlichen Epochen und Weltregionen im Münchner Kunstareal zu entdecken.

Entfernung: 0,19 km

Alte Pinakothek - München - Außenansicht des Museumsgebäudes mit Besuchern auf der davorliegenden Liegewiese
Alte Pinakothek - © Severin Schweiger

Entfernung: 0,20 km

NS-Dokumentationszentrum - München - Außenansicht: Die helle und moderne Architektur des Museums am historischen Königsplatz
NS-Dokumentationszentrum - © Connolly Weber

Entfernung: 0,29 km

Pinakothek der Moderne - München - Außenansicht der modernen Architektur von Stephan Braunfels, die vier Museen für Kunst, Graphik, Architektur und Design unter einem Dach vereint
Pinakothek der Moderne - © Myrzik und Jarisch

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München.

Adresse

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Gabelsbergerstraße 35
80333 München
Deutschland

Öffnungszeiten

  • Montag geschlossen
  • Dienstag
    10:00 – 20:00 Uhr
  • Mittwoch bis Sonntag
    10:00 – 18:00 Uhr

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