Mitten im Herzen von Paris, am Rande des Tuileriengartens, erwartet Sie ein Museumserlebnis von besonderer Tiefe und Schönheit: das Musée de l’Orangerie, auch als „Orangerie-Museum“ bekannt. Was einst als schlichtes Winterquartier für Orangenbäume diente, entwickelte sich über Jahrzehnte hinweg zu einem bedeutenden Ort der Kunst und Stille. Heute vereint das Haus auf faszinierende Weise Geschichte, Architektur und Meisterwerke des Impressionismus und der Moderne. Besonders berühmt sind die lichtdurchfluteten ovalen Säle, in denen Claude Monets monumentale Seerosenbilder eine nahezu meditative Wirkung entfalten – ein einzigartiger Ort, geschaffen für Kontemplation und Kunstgenuss. Doch auch Werke von Renoir, Cézanne, Picasso oder Modigliani lassen das Museum zu einem Schatzkästchen der Malerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts werden.
In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die bewegte Geschichte des Hauses, seine architektonischen Besonderheiten sowie die bedeutenden Sammlungen. Darüber hinaus finden Sie alle wichtigen Informationen zu Öffnungszeiten, Eintritt, Tickets und Tipps für Ihren Besuch im Musée de l’Orangerie.
Geschichte

Das Musée de l’Orangerie blickt auf eine vielseitige Geschichte zurück. Ursprünglich wurde das Gebäude 1852 unter Leitung von Louis Visconti als Winterquartier für empfindliche Pflanzen des Tuileriengartens errichtet. Die Orangerie diente nicht nur als Aufbewahrungsort, sondern später auch als Lager, Kaserne, Veranstaltungsort und Ausstellungshalle. Erst 1921 erhielt sie durch die Verwaltung der Schönen Künste eine neue kulturelle Bestimmung – als Erweiterung des Musée du Luxembourg, das sich der zeitgenössischen Kunst widmete.
In den 1920er Jahren schenkte Claude Monet dem französischen Staat acht monumentale Seerosenbilder. Diese wurden eigens in zwei ovalen Räumen installiert, die Monets Garten in Giverny als Panorama nachempfinden. Die Werke machten das Haus weltberühmt. Mitte des 20. Jahrhunderts bereicherte die Sammlung Walter-Guillaume das Museum erheblich. Ein Umbau zwischen 1960 und 1965 ermöglichte deren Präsentation auf einer neu eingezogenen zweiten Etage. Von 2000 bis 2006 wurde das Gebäude umfassend restauriert, wobei Monets Werke erneut unter Tageslicht gesetzt wurden. Heute verbindet das Musée de l’Orangerie meisterhaft historischen Charme mit moderner Museumsarchitektur – ein eindrucksvoller Ort für Kunstliebhaber aus aller Welt.
Architektur
Die Architektur des Musée de l’Orangerie in Paris verbindet auf eindrucksvolle Weise Geschichte, Funktionalität und Ästhetik. Ursprünglich im Jahr 1852 erbaut, diente das Gebäude zunächst als Winterquartier für die Orangenbäume des Tuileriengartens. Architekt Firmin Bourgeois entwarf eine lichtdurchflutete Struktur mit gläserner Südfassade zur Seine, um Sonnenwärme optimal zu nutzen. Die gegenüberliegende Nordseite blieb fensterlos, um kalte Winde abzuhalten und das Klima im Inneren zu regulieren.
Zwei Eingänge im Osten und Westen des Gebäudes wurden vom Architekten Louis Visconti mit klassizistischen Säulenportalen gestaltet. Die Dreiecksgiebel, geschmückt mit Symbolen wie Füllhörnern und Pflanzen, verweisen noch heute auf die ursprüngliche Nutzung des Bauwerks. Durch die harmonische Gliederung von Raum und Licht entstand ein Ort mit bemerkenswerter Ausgewogenheit.
Besonders eindrucksvoll sind die beiden ovalen Säle, die Claude Monet gemeinsam mit Architekt Camille Lefèvre für seine „Seerosen“-Zyklen entwarf. Ihre ovale Form steht sinnbildlich für Unendlichkeit, während das Tageslicht durch das Glasdach die Gemälde in ständig wechselnde Stimmungen taucht. Die Architektur wird hier selbst zur Bühne – still, klar und tief verbunden mit der Kunst.
Ausstellungen und Sammlungen

Das Musée de l’Orangerie zählt zu den eindrucksvollsten Kunstmuseen in Paris. Berühmt ist es vor allem für die monumentalen Nympheas (Seerosen) von Claude Monet, die in zwei ovalen Sälen präsentiert werden. Diese Werke, bis zu 17 Meter breit und 2 Meter hoch, entfalten eine fast meditative Wirkung auf den Betrachter.
- Claude Renoir als Clown
- Junge Damen am Klavier
- sowie ausdrucksstarke Stillleben und Porträts
Ein weiteres Highlight ist Monets Argenteuil aus dem Jahr 1874, das zur Sammlung Walter/Guillaume gehört. Diese Sammlung zeichnet sich durch ihren konzentrierten Fokus auf ausgewählte Künstler aus – oft in Form umfangreicher Werkgruppen. Besonders präsent ist Pierre-Auguste Renoir mit mehr als 20 Gemälden, darunter bekannte Werke wie:
Ein Gemälde von Alfred Sisley ergänzt das impressionistische Spektrum der Sammlung.

Die Künstlergeneration nach dem Impressionismus ist mit ebenso faszinierenden Arbeiten vertreten. Paul Gauguins Südseelandschaft verleiht der Sammlung exotische Farbigkeit. Paul Cézanne ist mit 13 Gemälden vertreten, die unterschiedliche Themenbereiche umfassen – von Stillleben über Landschaften bis hin zu eindringlichen Porträts. Henri Rousseaus Beitrag zur Sammlung besteht aus neun Bildern, darunter so bekannte Stücke wie Die Hochzeit und Der Karren des Père Juniet.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden die künstlerischen Strömungen der frühen Moderne. Herausragend sind die Werkreihen von:
- André Derain
- Chaim Soutine
Beide Künstler sind mit jeweils über 20 Arbeiten vertreten. Zehn Werke von Maurice Utrillo zeigen eindrucksvolle Pariser Stadtansichten. Die elf Gemälde von Pablo Picasso spiegeln unterschiedliche Schaffensphasen wider – von der Rosa Periode bis zu kubistischen und klassischen Arbeiten der 1920er Jahre.
Auch die expressiven Porträts von Amedeo Modigliani, darunter das eindrucksvolle Bildnis von Paul Guillaume, sowie Werke von Henri Matisse, Marie Laurencin und Kees van Dongen runden die vielfältige Sammlung ab.
Neben der ständigen Ausstellung zeigt das Museum auch regelmäßig Sonderausstellungen. Ein Beispiel ist die Schau Frida Kahlo / Diego Rivera – L’art en fusion, die 2013/14 mit großem Erfolg stattfand.
Tickets, Preise und Angebote
Die Eintrittspreise für das Musée de l’Orangerie variieren je nach Alter und Besucherstatus. Erwachsene zahlen regulär etwa 12,50 €, während Jugendliche unter 18 Jahren sowie EU-Bürger im Alter von 18 bis 25 Jahren freien Eintritt erhalten. Auch am ersten Sonntag im Monat benötigen Sie kein Ticket; der Eintritt ist an diesem Tag ebenfalls kostenfrei.
Dank der beeindruckenden Sammlung impressionistischer und postimpressionistischer Kunstwerke weltberühmter Künstler ist das Museum stets gut besucht. Daher sind die Tickets oft bereits im Voraus ausverkauft. Es wird empfohlen, die Tickets frühzeitig online zu erwerben.
Wenn Sie mehrere Museen in Paris besichtigen möchten, sind City-Pässe wie der Paris Pass oder der Paris Passlib’ ideal, um Zeit und Geld zu sparen.
Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos
Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten des Musée de l’Orangerie in Paris.
Adresse
Musée de l’Orangerie
Jardin des Tuileries
Place de la Concorde (côté Seine)
75001 Paris
Frankreich
Öffnungszeiten
- Montag
09:00 Uhr bis 18:00 Uhr - Mittwoch und Donnerstag
09:00 Uhr bis 18:00 Uhr - Freitag
09:00 Uhr bis 19:00 Uhr - Samstag und Sonntag
09:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Kontakt
- Telefon:
+33 1 44 50 43 00 - Website:
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