Galleria Corsini

Die Galleria Corsini gehört zu jenen Orten in Rom, an denen sich Kunst, Geschichte und Architektur auf besonders konzentrierte Weise verbinden. Am rechten Ufer des Tibers gelegen, beherbergt das Gebäude neben dem Palazzo Barberini einen der beiden Standorte der Galleria Nazionali di Arte Antica und steht exemplarisch für den Wandel vom aristokratischen Wohnpalast zum öffentlichen Museum. Die ruhige Lage an der Via della Lungara und die enge Verbindung zur historischen Sammlung verleihen dem Haus eine Atmosphäre, die sich deutlich von großen, stark frequentierten Museumsbauten unterscheidet.

Als ehemaliger Adelssitz und späterer Sammlungsort spiegelt der Palazzo Corsini zentrale Phasen römischer Kulturgeschichte wider. Die Räume bewahren bis heute den Charakter einer historischen Gemäldegalerie und ermöglichen eine intensive Begegnung mit Malerei vom späten Mittelalter bis zum Barock. Dabei bleibt das Gebäude selbst stets präsent: Architektur, Raumfolgen und die Ausrichtung zum Garten sind integraler Bestandteil des Museumserlebnisses.

Dieser Beitrag bietet einen Überblick über die Geschichte der Galleria Corsini, die architektonischen Besonderheiten des Palazzo sowie die Ausstellungen und Sammlungen vor Ort. Ergänzend finden Sie hier auch praktische Informationen zu Tickets, Preisen und Besuchsmodalitäten, die eine gezielte Planung Ihres Museumsbesuchs unterstützen.

Geschichte

Galleria Corsini - Rom - Galerieflur mit klassischer Deckenmalerei, antiken Möbeln und Gemäldesammlung
Galerieflur – © Alberto Novelli & Alessio Panunzi

Der heutige Museumsstandort am Tiber blickt auf eine lange und wechselvolle Vergangenheit zurück. Bevor Kunstliebhaber hier Meisterwerke entdecken konnten, war der Palazzo Corsini ein Ort politischer Macht, privater Repräsentation und geistigen Austauschs. Seine Geschichte beginnt im frühen 16. Jahrhundert, als Kardinal Raffaele Riario den Bau eines repräsentativen Stadtpalastes an der Via della Lungara in Auftrag gab. Der Palazzo, damals noch unter dem Namen Palazzo Riario bekannt, entstand als Ausdruck kirchlicher Autorität und humanistischer Bildung.

Im 17. Jahrhundert erlebte das Gebäude eine neue Blütezeit. Nach ihrem Übertritt zum Katholizismus ließ sich Königin Christina von Schweden in Rom nieder und wählte den Palazzo als Residenz. Während dieser Jahre entwickelte sich der Bau zu einem kulturellen Zentrum der Stadt. Gelehrte, Künstler und Intellektuelle gingen hier ein und aus, wodurch der Palast erstmals eine Rolle als Ort geistiger Auseinandersetzung übernahm.

Eine entscheidende Wende folgte im 18. Jahrhundert. Mit dem Erwerb durch die florentinische Familie Corsini begann jene Phase, die dem Gebäude seinen heutigen Namen gab. Kardinal Neri Maria Corsini ließ den Palast durch Ferdinando Fuga umfassend umgestalten und erweitern. Ziel war es, eine standesgemäße Residenz zu schaffen, die zugleich der Präsentation einer bedeutenden Kunstsammlung diente. Bereits in dieser Zeit öffneten sich Teile des Hauses für ausgewählte Besucher.

Der Übergang vom privaten Adelssitz zum öffentlichen Museum erfolgte im späten 19. Jahrhundert. Die Familie Corsini veräußerte den Palazzo an den italienischen Staat und überließ zugleich ihre Sammlung. Damit wurde der Grundstein für die Galleria Nazionali di Arte Antica gelegt. Die Galleria Corsini entwickelte sich fortan zu einem festen Bestandteil der staatlichen Museumslandschaft Roms.

Heute steht der Bau als historischer Museumsort für den Wandel vom exklusiven Wohnpalast zur öffentlich zugänglichen Kulturinstitution. Die Geschichte des Hauses spiegelt damit nicht nur den Aufstieg großer Familien wider, sondern auch den Übergang von privater Kunstpflege hin zu nationalem Kulturerbe.

Architektur

Galleria Corsini - Rom - Marmorskulptur mit mythologischen Figuren
Marmorskulptur – © Alberto Novelli & Alessio Panunzi

Der Palazzo Corsini präsentiert sich als eindrucksvolles Beispiel römischer Palastarchitektur, in der Renaissance-Strukturen mit der Eleganz des 18. Jahrhunderts verschmelzen. Das Gebäude liegt an der Via della Lungara und öffnet sich auf der Rückseite zu einem weitläufigen Garten, wodurch Architektur und Landschaft bewusst miteinander verbunden werden. Diese Ausrichtung verleiht dem Palast eine ruhige, fast zurückgezogene Wirkung, die ihn deutlich von repräsentativen Stadtpalästen unterscheidet.

Seinen architektonischen Ursprung hat der Bau im 16. Jahrhundert. Die heutige Gestalt erhielt der Palazzo jedoch im 18. Jahrhundert, als er umfassend umgestaltet und erweitert wurde. Verantwortlich dafür war der Architekt Ferdinando Fuga, der den Palast im Auftrag der Familie Corsini neu ordnete und harmonisierte. Fuga verband ältere Bauteile mit neuen Flügeln zu einem geschlossenen, klar gegliederten Ensemble. Die lange Fassade zur Straße wirkt streng und ausgewogen, während die Gartenseite durch ihre offene Struktur und rhythmische Gliederung lebendiger erscheint.

Im Inneren zeichnet sich der Palazzo Corsini durch großzügige Raumfolgen und eine klare Abfolge von Sälen aus. Die Architektur folgt dem Ideal einer aristokratischen Residenz, bei der Repräsentation und Wohnkomfort gleichwertig nebeneinanderstehen. Hohe Decken, regelmäßig angeordnete Fenster und weit gespannte Räume sorgen für eine gleichmäßige Lichtführung und eine ruhige Atmosphäre. Die Raumaufteilung unterstützt lange Blickachsen, die den Palast optisch erweitern und seine Dimensionen betonen.

Besondere Bedeutung kommt dem Zusammenspiel von Architektur und Garten zu. Der rückwärtige Garten bildet keinen bloßen Außenraum, sondern ist integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts. Terrassen, Fassaden und Fensteröffnungen sind gezielt auf diese Grünfläche ausgerichtet und schaffen eine visuelle Verbindung, die den Palazzo Corsini als Ort der Zurückgezogenheit und kultivierten Ruhe erscheinen lässt.

Der Bau verkörpert damit ein architektonisches Ideal, das Ausgewogenheit, Klarheit und Eleganz in den Mittelpunkt stellt. Als Teil der Gallerie Nazionali di Arte Antica ist der Palazzo Corsini nicht nur Ausstellungsort, sondern selbst ein bedeutendes Zeugnis römischer Baukunst.

Ausstellungen und Sammlungen

Galleria Corsini - Rom - Gemäldesaal mit barocken Kunstwerken und klassischer Raumgestaltung
Gemäldesaal – © Alberto Novelli & Alessio Panunzi

Die Galleria Corsini vermittelt eine Ausstellungserfahrung, die sich bewusst an der Tradition historischer Gemäldegalerien orientiert. Die Präsentation folgt dem Prinzip der klassischen Quadreria und zeigt Werke vom späten Mittelalter bis zum Hochbarock in dichter, vergleichender Hängung. Dadurch entsteht ein unmittelbarer Dialog zwischen Motiven, Malweisen und Bildthemen, der den Sammlerblick des 18. Jahrhunderts nachvollziehbar macht. Die Sammlung konzentriert sich auf italienische und internationale Malerei und legt besonderen Wert auf römische Positionen sowie deren europäische Verflechtungen.

Im Mittelpunkt stehen Werke, die weniger durch monumentale Größe, sondern durch Ausdruckskraft und künstlerische Eigenständigkeit überzeugen. Die Räume erlauben es, stilistische Unterschiede direkt zu erfassen und Entwicklungen in Farbe, Licht und Komposition aufmerksam zu verfolgen. Besonders prägend sind mehrere Schlüsselwerke, die den Charakter der Sammlung deutlich widerspiegeln:

  • Caravaggio: San Giovanni Battista
    Das Gemälde zeigt eine reduzierte, nachdenkliche Bildsprache und verdeutlicht Caravaggios Einfluss auf die religiöse Malerei des frühen 17. Jahrhunderts.
  • Peter Paul Rubens: San Sebastiano
    Dieses Werk steht für die dynamische Figurenauffassung des flämischen Barock und unterstreicht den internationalen Rang der Sammlung.
  • Salvator Rosa: Prometeo
    Mythologie und dramatische Landschaft verbinden sich hier zu einer emotional aufgeladenen Darstellung jenseits klassischer Idealisierung.
  • Trono Corsini und ausgewählte Sammlungsstücke
    Diese Objekte verweisen auf den historischen Ursprung der Sammlung und machen den Palazzo als gewachsenen Sammlungsort erfahrbar.

Die Galleria Corsini bietet damit eine konzentrierte, ruhige Begegnung mit Malerei, bei der Vergleich, Beobachtung und vertiefte Betrachtung im Vordergrund stehen.

Tickets, Preise und Angebote

Der Eintritt in die Gallerie Nazionali d’Arte Antica – Galleria Corsini erfolgt über Kombitickets, die auch den Palazzo Barberini einschließen. Diese Tickets kosten für Erwachsene 15,00 € und sind 20 Tage gültig. Besucher aus der EU im Alter von 18 bis 25 Jahren erhalten einen ermäßigten Eintritt für 2,00 €, während Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren freien Eintritt haben.

Museen in der Umgebung von der Galleria Corsini

Die Galleria Corsini beherbergt eine bedeutende Sammlung italienischer Malerei und beeindruckt zugleich mit seiner eleganten barocken Architektur am Tiberufer. In der näheren Umgebung ergänzen weitere Museen und kulturelle Einrichtungen das kunsthistorische Umfeld und laden dazu ein, Roms reiche Tradition der Bildenden Kunst weiter zu erkunden.

Entfernung: 0,89 km

Palazzo Altemps - Rom - Außenansicht des Museums an der Piazza di Sant'Apollinare mit dem charakteristischen Belvedere-Turm
Palazzo Altemps - © Pippo-b, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Entfernung: 0,93 km

Engelsburg - Rom - Außenansicht der Burg am Tiber, Rom, mit der davorliegenden Engelsbrücke (Ponte Sant'Angelo)
Engelsburg

Entfernung: 0,98 km

Crypta Balbi - Rom - Außenansicht des zum Museo Nazionale Romano gehörenden Museums
Crypta Balbi

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten der Galleria Corsini in Rom.

Adresse

Galleria Nazionali di Arte Antica – Galleria Corsini
via delle Quattro Fontane 13
00184 Rom
Italien

Öffnungszeiten

  • Dienstag bis Sonntag
    10:00 – 19:00 Uhr

Kontakt