Im historischen Kontorhausviertel der Hamburger Innenstadt befindet sich das Chocoversum Hamburg, ein Themenmuseum rund um Kakao und Schokolade. Die Einrichtung liegt in unmittelbarer Nähe zur Speicherstadt und zum bekannten Chilehaus und ist damit Teil eines städtebaulich und historisch bedeutenden Stadtquartiers. In dieser Umgebung verbindet das Museum Handelsgeschichte, Genusskultur und Wissensvermittlung zu einem Angebot, das sich sowohl an Hamburger Besucher als auch an internationale Gäste richtet.
Im Zentrum des Chocoversum Hamburg steht die Vermittlung der Entstehung und Herstellung von Schokolade. Besucherinnen und Besucher erhalten Einblicke in den Weg der Kakaobohne von den Anbaugebieten in tropischen Regionen bis zur industriellen Verarbeitung zu Tafelschokolade. Die Ausstellung verbindet naturkundliche Grundlagen des Kakaoanbaus mit wirtschaftlichen und technologischen Aspekten der Schokoladenproduktion und macht diese Zusammenhänge durch interaktive Stationen nachvollziehbar.
Der folgende Beitrag stellt das Konzept, die Entstehung und die wichtigsten Erlebnisstationen des Chocoversum Hamburg vor. Ergänzend finden Sie praktische Hinweise zu Ticket, Preisen und Eintritt sowie zur Planung Ihres Museumsbesuchs.
Geschichte
Die Idee zur Gründung des Chocoversum Hamburg entstand aus dem Wunsch, die Herstellung und Kulturgeschichte der Schokolade für ein breites Publikum anschaulich darzustellen. Initiator des Projekts war der traditionsreiche Bremer Schokoladenhersteller Hachez, der seit dem Jahr 1890 für die Produktion hochwertiger Tafelschokolade bekannt ist. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, an dem Besucherinnen und Besucher nachvollziehen können, wie aus der tropischen Kakaofrucht ein weltweit verbreitetes Genussmittel entsteht.
Am 3. Dezember 2011 wurde das Chocoversum Hamburg im Zentrum der Hansestadt eröffnet. Von Beginn an setzte das Museum auf ein Konzept aus geführter Ausstellung, Verkostung und praktischen Mitmachstationen. Dieses Format unterscheidet sich von klassischen Museumsrundgängen und ermöglicht es, Produktionsprozesse direkt zu erleben und zu verstehen.
Träger des Museums war zunächst die Hachez Chocoversum GmbH. Neben der Schokoladenmarke Hachez waren weitere Gesellschafter an der Betreibergesellschaft beteiligt. In den ersten Jahren nach der Eröffnung wurde der operative Betrieb zeitweise durch eine Managementgesellschaft organisiert, bevor die ursprüngliche Betreibergesellschaft die Verantwortung wieder übernahm.
Bereits wenige Jahre nach der Eröffnung entwickelte sich das Museum zu einem stark nachgefragten Ausflugsziel in der Hamburger Innenstadt. Um das Ausstellungserlebnis weiter auszubauen, wurde die Präsentation im Jahr 2016 umfassend überarbeitet. Die Ausstellung wurde modernisiert und zahlreiche Stationen interaktiver gestaltet, sodass Besucherinnen und Besucher den Herstellungsprozess von Schokolade noch anschaulicher nachvollziehen können.
In den folgenden Jahren stiegen die Besucherzahlen kontinuierlich. Das Chocoversum Hamburg etablierte sich als feste Einrichtung innerhalb der touristischen Kulturlandschaft der Stadt. Mehrere hunderttausend Gäste besuchen das Museum jährlich, um die verschiedenen Stationen der Schokoladenproduktion kennenzulernen.
Im Jahr 2023 wurde die Betreibergesellschaft in Chocoversum GmbH umfirmiert. Gleichzeitig erfolgte eine inhaltliche Weiterentwicklung des Konzepts. Das Museum wird seitdem markenunabhängig betrieben und arbeitet mit unterschiedlichen Herstellern, Manufakturen und Initiativen aus der Welt der Schokolade zusammen. Ein weiterer Entwicklungsschritt folgte 2024 mit der Eröffnung einer neuen Schokoladenwerkstatt, die das praktische Erlebnis der Ausstellung erweitert.
Architektur
Das Chocoversum Hamburg befindet sich im historischen Kontorhausviertel, einem der bedeutendsten Geschäftsviertel der Hamburger Innenstadt. Die Umgebung ist geprägt von monumentalen Backsteinbauten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gemeinsam mit der benachbarten Speicherstadt wurde dieses Stadtquartier im Jahr 2015 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Die Ausstellungsräume des Museums sind in ein bestehendes Gebäude integriert. Für die Präsentation der Ausstellung wurden die Innenräume speziell umgestaltet, sodass ein klar strukturierter Rundgang durch die verschiedenen Themenbereiche entsteht. Die gesamte Ausstellungsfläche umfasst rund 1.200 Quadratmeter.
Die räumliche Organisation folgt dem Konzept einer geführten Erlebnisroute. Besucherinnen und Besucher bewegen sich entlang mehrerer Stationen, die den Produktionsprozess der Schokolade abbilden. Beginnend mit dem Anbau des Kakaos in tropischen Regionen führt der Rundgang über verschiedene Verarbeitungsschritte bis zur Herstellung der fertigen Schokolade.
Zur Gestaltung der Ausstellung werden unterschiedliche Präsentationsformen eingesetzt. Dazu gehören inszenierte Landschaftselemente, technische Demonstrationsbereiche sowie Produktionsstationen, an denen einzelne Herstellungsschritte erläutert werden. Diese Kombination aus Informationsstationen und praktischen Demonstrationen ermöglicht es, komplexe Produktionsabläufe anschaulich zu vermitteln.
Ein zentraler Bereich der Ausstellung ist die Schokoladenwerkstatt. Hier können Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden und eine eigene Tafel Schokolade herstellen. Die räumliche Gestaltung dieses Bereichs verbindet Ausstellung, Workshopbereich und Demonstrationsraum.
Die Architektur des Chocoversum Hamburg ist damit vollständig auf ein geführtes Ausstellungserlebnis ausgerichtet, bei dem sich Wissensvermittlung, Verkostung und praktische Aktivitäten innerhalb eines klar strukturierten Rundgangs verbinden.
Ausstellungen und Sammlungen

Die Ausstellung des Chocoversum Hamburg widmet sich der Geschichte, Herstellung und kulturellen Bedeutung von Schokolade. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie aus der tropischen Kakaofrucht ein weltweit verbreitetes Lebensmittel entsteht. Besucherinnen und Besucher lernen die verschiedenen Schritte der Produktion kennen und erhalten Einblicke in den globalen Handel mit Kakao sowie in die industrielle Verarbeitung zu Schokolade.
Ein wesentliches Merkmal des Ausstellungskonzepts ist die Kombination aus Information und unmittelbarer Erfahrung. Während der geführten Tour werden einzelne Produktionsschritte erläutert und teilweise praktisch demonstriert. Verkostungen verschiedener Schokoladenprodukte ermöglichen es, die Unterschiede zwischen Rohstoffen, Verarbeitungsstufen und Endprodukten direkt wahrzunehmen.
Thematische Ordnung der Sammlungspräsentation

Die Ausstellung ist entlang der Produktionskette von Kakao und Schokolade strukturiert. Jede Station widmet sich einem bestimmten Abschnitt der Herstellung und erläutert die jeweiligen Arbeitsschritte.
Ein erster Themenbereich beschäftigt sich mit der Herkunft des Kakaos. Hier werden die tropischen Anbaugebiete, die botanischen Eigenschaften der Kakaopflanze sowie die Ernte der Kakaofrüchte vorgestellt. Ergänzend werden wirtschaftliche Zusammenhänge des internationalen Kakaoanbaus erläutert.
Ein weiterer Abschnitt zeigt die Verarbeitung der Kakaobohnen nach der Ernte. Besucherinnen und Besucher erfahren, welche Rolle Fermentation, Trocknung und Röstung für das spätere Aroma der Schokolade spielen. Diese Prozesse bilden die Grundlage für die weitere industrielle Verarbeitung.
Im nächsten Teil der Ausstellung werden die Produktionsschritte moderner Schokoladenherstellung vorgestellt. Dazu gehören das Mahlen der Kakaobohnen, das Conchieren der Schokoladenmasse sowie das Temperieren der Schokolade vor dem Gießen in Formen.
Besondere Höhepunkte der Sammlungen
- Präsentation der Kakaofrucht und der Kakaobohnen als Ausgangspunkt der Schokoladenherstellung
- Demonstrationsstationen zur Verarbeitung der Bohnen zu Kakaomasse und Schokolade
- Schokoladenbrunnen zur Verkostung flüssiger Schokolade während der Führung
- Produktionsstationen zur Erläuterung wichtiger Verarbeitungsschritte wie Conchieren und Temperieren
- Schokoladenwerkstatt zur Herstellung einer individuellen Tafel Schokolade
Der Rundgang durch das Chocoversum Hamburg verbindet naturkundliche Grundlagen des Kakaoanbaus mit den technischen Verfahren moderner Schokoladenproduktion und macht den gesamten Herstellungsprozess von der tropischen Kakaofrucht bis zur fertigen Tafel nachvollziehbar.
Tickets, Preise und Angebote
Für den Besuch im Chocoversum in Hamburg werden Tickets für eine geführte Schokoladen-Tour benötigt. Der reguläre Eintritt liegt bei 29,00 € für Erwachsene, während Kinder von 6 bis 17 Jahren 15,00 € zahlen. Kinder unter 6 Jahren erhalten freien Eintritt. Wer seine Tickets frühzeitig kauft, kann beim Preis sparen: Im Frühbucherzeitraum kostet der Eintritt 23,00 € für Erwachsene und 11,00 € für Kinder.
Da die Touren feste Zeitfenster haben und häufig schnell ausgebucht sind, empfiehlt es sich, die Tickets vorab online zu kaufen. Alternativ können Besucher ihre Tickets, sofern noch verfügbar, auch direkt vor Ort kaufen.
Museen in der Umgebung vom Chocoversum
Das Chocoversum entführt Besucher auf eine genussvolle Reise durch die Welt des Kakaos und zeigt anschaulich die Herstellung von Schokolade – von der Bohne bis zur fertigen Tafel. In der Umgebung der Hamburger Innenstadt laden weitere Museen und kulturelle Einrichtungen dazu ein, die vielfältige Museumslandschaft der Stadt zwischen Geschichte, Genuss und Innovation zu entdecken.
Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos
Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten vom Chocoversum in Hamburg.
Adresse
Chocoversum
Meßberg 1
20095 München
Deutschland
Öffnungszeiten
- Montag bis Sonntag
10:00 – 18:00 Uhr
Kontakt
- Telefon:
+49 40 41 91 23 00 - Website:
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