Deichtorhallen Hamburg

Zwischen Altstadt, HafenCity und Speicherstadt liegt mit den Deichtorhallen Hamburg eines der bedeutenden Ausstellungshäuser für zeitgenössische Kunst und Fotografie in Europa. Die beiden markanten Hallen aus Stahl und Glas befinden sich am Deichtorplatz nahe dem Hamburger Hauptbahnhof und bilden einen wichtigen kulturellen Ort innerhalb der Hamburger Museumslandschaft. Als Teil der Kunstmeile verbinden die Deichtorhallen Hamburg historische Industriearchitektur mit einem internationalen Ausstellungsprogramm.

Die Deichtorhallen Hamburg widmen sich vor allem der Kunstproduktion der Gegenwart sowie der internationalen Fotografie. Das Programm verteilt sich auf mehrere Ausstellungseinheiten: die Halle für aktuelle Kunst, das Haus der Photographie sowie die Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg. Zusammen bilden diese Häuser ein Netzwerk großflächiger Ausstellungsräume, in denen internationale Künstlerinnen und Künstler, thematische Projekte und fotografische Positionen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart präsentiert werden.

Der folgende Überblick führt durch Geschichte, Architektur und Ausstellungen der Deichtorhallen Hamburg und enthält Informationen zu Öffnungszeiten, zum Eintritt, zu Preisen sowie zu Tickets, die Sie online kaufen können.

Geschichte

Die Ursprünge der Deichtorhallen Hamburg reichen in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück. Zwischen 1911 und 1914 wurden auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Bahnhofs zwei große Markthallen errichtet. Sie dienten zunächst dem Handel mit landwirtschaftlichen Produkten und gehörten zu den zentralen Umschlagplätzen für Obst, Gemüse und andere Waren in Hamburg.

Architektonisch stellen die Hallen ein bedeutendes Beispiel der Industriearchitektur der frühen Moderne dar. Ihre offene Stahlkonstruktion ermöglichte große, stützenfreie Räume, die für den Warenhandel erforderlich waren. Die Gebäude markieren zugleich eine Übergangsphase von den Gestaltungsformen des Jugendstils hin zu einer funktionalen Architektur des 20. Jahrhunderts.

Nach dem Rückgang der Marktnutzung im Laufe des 20. Jahrhunderts verloren die Hallen zunehmend ihre ursprüngliche Funktion. In den 1980er Jahren entstand die Idee, die historischen Gebäude für kulturelle Zwecke umzuwandeln. Mit Unterstützung der Körber-Stiftung wurden die Hallen umfassend restauriert und für eine museale Nutzung vorbereitet.

1989 wurde die Deichtorhallen Hamburg GmbH gegründet, die seither den Ausstellungsbetrieb organisiert. Am 9. November 1989 eröffnete das internationale Ausstellungsprogramm mit der Ausstellung „Einleuchten“, kuratiert von Harald Szeemann.

Ein wichtiger Entwicklungsschritt folgte 2005 mit der Einrichtung des Hauses der Photographie in der südlichen Halle. Seit Januar 2011 gehört zudem die Sammlung Falckenberg organisatorisch zu den Deichtorhallen Hamburg und erweitert das Ausstellungsspektrum um großformatige Installationen und Werkgruppen internationaler Gegenwartskunst.

Architektur

Deichtorhallen Hamburg - Architektur: Die beeindruckende Stahl- und Glaskonstruktion der historischen Markthallen von 1911, heute ein Zentrum für zeitgenössische Kunst
Architektur – © Deichtorhallen Hamburg, Henning Rogge

Die Deichtorhallen Hamburg liegen am Deichtorplatz im östlichen Teil der Hamburger Innenstadt und bilden einen architektonisch markanten Übergang zwischen der historischen Altstadt und den neu entwickelten Stadtquartieren der HafenCity. Ihre exponierte Lage macht die Hallen zu einem wichtigen Orientierungspunkt innerhalb der städtischen Kulturlandschaft.

Errichtet wurden die Gebäude zwischen 1911 und 1914 als Markthallen. Charakteristisch ist ihre offene Stahl-Glas-Konstruktion, die große Spannweiten ohne tragende Innenwände ermöglicht. Diese Bauweise war typisch für Handels- und Industriegebäude der damaligen Zeit und erlaubte eine flexible Nutzung der Innenräume.

Die nördliche Halle, heute die Halle für aktuelle Kunst, ist als dreischiffiger Hallenbau angelegt und umfasst rund 3.800 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Durch ihre großzügigen Raumhöhen und die offene Tragstruktur eignet sie sich besonders für großformatige Installationen und komplexe Ausstellungsarchitekturen.

Die südliche Halle wurde in den Jahren 2004 bis 2005 zum Haus der Photographie umgebaut. Der Hamburger Architekt Jan Störmer entwickelte dabei ein Ausstellungskonzept, das die historische Architektur des Gebäudes mit modernen Anforderungen an Fotografiepräsentationen verbindet. Neben Ausstellungsflächen entstanden Bereiche für Sammlungen, Archivarbeit und Veranstaltungen.

Die denkmalgeschützte Architektur der Deichtorhallen Hamburg bleibt bis heute ein prägender Bestandteil des Ausstellungskonzepts. Sichtbare Stahlträger, großzügige Raumhöhen und transparente Fassaden erzeugen eine offene Raumwirkung, die insbesondere für großformatige Kunstprojekte geeignet ist.

Zusammen mit der Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg verfügen die Deichtorhallen Hamburg über eine Ausstellungsfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern.

Ausstellungen und Sammlungen

Die Ausstellungen der Deichtorhallen Hamburg konzentrieren sich auf internationale Positionen der zeitgenössischen Kunst sowie auf historische und aktuelle Entwicklungen der Fotografie. Das Ausstellungshaus versteht sich als Plattform für groß angelegte Einzelpräsentationen, thematische Projekte und Sammlungspräsentationen, die häufig in Zusammenarbeit mit internationalen Museen und Institutionen entstehen.

Viele Ausstellungen werden speziell für die räumlichen Bedingungen der Hallen entwickelt. Künstlerinnen und Künstler arbeiten dabei häufig direkt mit der Architektur der Gebäude, sodass ortsspezifische Installationen entstehen, die Raum, Licht und Material der historischen Hallen einbeziehen.

Kuratorische Gliederung der Ausstellungsbereiche

Deichtorhallen Hamburg - Ausstellung von Huguette Caland: Werke der Künstlerin in der Ausstellung'A Life in a Few Lines'
Ausstellung: Huguette Caland – © Deichtorhallen Hamburg, Henning Rogge

Innerhalb der Deichtorhallen Hamburg gliedert sich das Programm in mehrere Ausstellungsbereiche. Die Halle für aktuelle Kunst widmet sich großformatigen Präsentationen internationaler Gegenwartskunst. Hier werden monografische Ausstellungen einzelner Künstlerinnen und Künstler ebenso realisiert wie thematische Gruppenausstellungen zu aktuellen künstlerischen Entwicklungen.

Das Haus der Photographie bildet den zweiten programmatischen Schwerpunkt. Es zeigt internationale Ausstellungen zur Geschichte und Gegenwart der Fotografie. Präsentiert werden sowohl historische Positionen des 19. und 20. Jahrhunderts als auch zeitgenössische fotografische Arbeiten und digitale Bildpraktiken.

Zu den wichtigen Beständen gehört die Sammlung F. C. Gundlach. Der Hamburger Fotograf und Sammler war maßgeblich an der Gründung des Hauses der Photographie beteiligt und stellte seine Sammlung als Dauerleihgabe zur Verfügung. Sie umfasst bedeutende Werke der Modefotografie sowie der künstlerischen Fotografie des 20. Jahrhunderts.

Ergänzt wird das Programm durch die Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg. Diese Sammlung umfasst rund 2.000 Werke der internationalen Gegenwartskunst und konzentriert sich insbesondere auf deutsche und amerikanische Kunst seit den späten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Die großzügigen Räume ermöglichen die Präsentation großformatiger Installationen und multimedialer Arbeiten.

Museums- und kulturhistorische Bedeutung

Deichtorhallen Hamburg - Ausstellung von Daniel Spoerr: Impressionen der großen Einzelausstellung'Ich liebe Widersprüche'
Ausstellung: Daniel Spoerr – © Deichtorhallen Hamburg, Henning Rogge

Die Deichtorhallen Hamburg haben sich seit ihrer Eröffnung 1989 zu einem wichtigen Ort für zeitgenössische Kunst in Deutschland entwickelt. Durch internationale Kooperationen mit Museen, Sammlungen und Künstlerinnen und Künstlern tragen sie wesentlich zur Präsentation aktueller künstlerischer Entwicklungen bei.

Innerhalb der Hamburger Museumslandschaft nehmen die Deichtorhallen Hamburg eine besondere Rolle ein. Sie verbinden historische Industriearchitektur mit großformatigen Ausstellungsprojekten und schaffen damit einen Raum für experimentelle und interdisziplinäre Kunstformen. Die Nähe zu anderen Kulturinstitutionen entlang der Hamburger Kunstmeile verstärkt ihre Bedeutung als zentraler Ort für internationale Gegenwartskunst und Fotografie.

Besondere Höhepunkte der Sammlungen

  • Sammlung F. C. Gundlach mit bedeutenden Werken der Mode- und Kunstfotografie
  • Bildarchiv des Nachrichtenmagazins Der Spiegel im Haus der Photographie
  • Sammlung Falckenberg mit rund 2.000 Arbeiten internationaler Gegenwartskunst
  • großformatige Installationen internationaler Künstler in der Halle für aktuelle Kunst
  • wechselnde Präsentationen fotografischer Positionen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Ein Besuch der Deichtorhallen Hamburg ermöglicht einen Einblick in internationale Entwicklungen der Gegenwartskunst und der Fotografie, wobei besonders die Verbindung von historischer Hallenarchitektur und großformatigen Kunstprojekten den Charakter des Ausstellungshauses prägt.

Tickets, Preise und Angebote

Der Eintritt in die Deichtorhallen Hamburg kostet 18,00 € für Erwachsene und 9,00 € für Ermäßigte. Ermäßigungen gelten für Schüler, Studenten, Auszubildende, Schwerbehinderte sowie für Inhaber der Hamburg Card. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt.

Für Familien gibt es ein spezielles Familienticket: Ein Ticket für einen Erwachsenen und Kinder kostet 16,00 €, während ein Ticket für zwei Erwachsene inklusive Kinder 32,00 € kostet. Bitte beachten Sie, dass Sie für jedes Kind trotzdem ein kostenloses Ticket kaufen müssen.

Tickets für Gruppen ab 8 Personen kosten 16,00 € pro Person. Hier ist eine vorherige Anmeldung der Gruppe erforderlich.

Das Museum bietet verschiedene Sparoptionen: Am ersten Donnerstag jedes Monats ist der Eintritt von 18:00 bis 21:00 Uhr für alle Besucher kostenlos. Wer nur eine Stunde für den Besuch einplanen möchte, kann das Abendticket kaufen und dabei ebenfalls sparen. Dieses Ticket gilt von 17:00 bis 18:00 Uhr (außer donnerstags von 20:00 bis 21:00 Uhr) und kostet 9,00 € für Erwachsene bzw. 6,00 € ermäßigt.

Die Tickets für die Deichtorhallen Hamburg können Sie bequem online kaufen, was besonders empfehlenswert ist, wenn Sie Ihren Museumsbesuch planen und bereits im Voraus alles organisieren möchten.

Museen in der Umgebung von den Deichtorhallen Hamburg

Die Deichtorhallen Hamburg zählen zu den bedeutendsten Ausstellungshäusern für zeitgenössische Kunst und Fotografie in Europa und verbinden eindrucksvolle Industriearchitektur mit internationaler Gegenwartskunst. In ihrer Umgebung laden weitere Museen und kulturelle Einrichtungen dazu ein, Hamburgs vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft zwischen historischer Architektur und moderner Kreativität zu entdecken.

Entfernung: 0,30 km

CHOCOVERSUM - Hamburg - Außenansicht: Das interaktive Schokoladenmuseum im markanten Backsteinbau des Kontorhausviertels
Chocoversum

Entfernung: 0,48 km

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) - Außenansicht: Historische Fassade des Museums am Hauptbahnhof mit Besuchern im Vordergrund
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg - © Henning Rogge

Entfernung: 0,52 km

Automuseum PROTOTYP - Hamburg - Außenansicht: Historisches Backsteingebäude in der HafenCity
© Automuseum PROTOTYP

Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos

Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten der Hamburger Kunsthalle.

Adresse

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall 5
20095 Hamburg
Deutschland

Öffnungszeiten

  • Montag geschlossen
  • Dienstag bis Sonntag
    10:00 – 18:00 Uhr

Kontakt

  • Telefon:
    +49 40 428131-200  
  • Website:
    Zum Museum