Im Münchner Kunstareal bündelt die Pinakothek der Moderne vier eigenständige Institutionen und bildet damit einen zentralen Knotenpunkt für Kunst, Gestaltung und Baukultur. Das Haus steht für einen Ansatz, der verschiedene Sammlungslogiken unter einem Dach zusammenführt und zugleich eine klare Trennung der Zuständigkeiten wahrt. Dadurch entsteht ein Museumskomplex, der die Auseinandersetzung mit Moderne und Gegenwart in unterschiedlichen Medien ermöglicht und als öffentliches Forum im Stadtraum verankert ist.
Konzeptionell verbindet die Pinakothek der Moderne die Sammlung Moderne Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die Staatliche Graphische Sammlung München, das Architekturmuseum der Technischen Universität München sowie Die Neue Sammlung – The Design Museum. Die Ausrichtung zielt darauf, künstlerische, grafische, architektonische und designhistorische Perspektiven parallel sichtbar zu machen. Präsentationsformen reichen von dauerhaft angelegten Schauräumen bis zu wechselnden Formaten, die konservatorische Anforderungen und thematische Vertiefungen berücksichtigen.
Der folgende Beitrag stellt die Geschichte des Pinakothek der Moderne, seine architektonischen Besonderheiten sowie die wichtigsten Ausstellungen und Sammlungen vor. Ergänzend finden Sie am Ende praktische Hinweise zu Öffnungszeiten, Ticketoptionen und der Planung Ihres Museumsbesuchs.
Geschichte
Die Entstehung der Pinakothek der Moderne ist eng mit der Entwicklung des Münchner Kunstareals und mit dem Ziel verbunden, die Künste des 20. und 21. Jahrhunderts in einer gemeinsamen Museumsadresse zu bündeln. Als Standort wurde ein Areal gewählt, das von Gabelsberger-, Barer- und Türkenstraße sowie von Universitätsbauten entlang der Theresienstraße gefasst wird. Historisch befand sich dort die Türkenkaserne, deren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg die spätere Neuordnung des Geländes mitprägten. Das unter Denkmalschutz stehende Türkentor erinnert als Fragment an die frühere Kasernenanlage.
Nach einer Phase anderweitiger Nutzung des unbebauten Platzes entschied die Bayerische Staatsregierung ab 1990, die Fläche als Baugrund für Museen auszuweisen. Ausgangspunkt bildete die Frage, welche räumlichen Bedürfnisse ein Haus erfüllen muss, das mehrere Disziplinen vereint, ohne sie zu vermischen. In diesem Kontext wurde ein offener Wettbewerb ausgeschrieben, den der Münchner Architekt Stephan Braunfels 1992 gewann. Sein Entwurf reagierte auf die städtebauliche Gelenkfunktion zwischen dem Raster der Maxvorstadt und den unregelmäßigeren Formen der Altstadt.
Die Realisierung des Projekts war an eine private Startfinanzierung gebunden, bevor der Freistaat Bayern die weiteren Kosten übernahm und das Grundstück bereitstellte. Die Eröffnung des Gebäudes erfolgte am 16. September 2002. Mit diesem Schritt wurden vier Museen unter einem Dach dauerhaft zusammengeführt: die Sammlung Moderne Kunst als Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die Staatliche Graphische Sammlung München, das Architekturmuseum der Technischen Universität München sowie Die Neue Sammlung – The Design Museum.
Nach dem Start traten Baumängel auf, die eine zeitweise Schließung im Jahr 2013 im Rahmen von Renovierungsmaßnahmen erforderlich machten. In dieser Phase wurde ein provisorischer Ausstellungsraum als „Schaustelle“ genutzt. Spätere Planungen für einen zweiten Bauabschnitt, der zusätzliche Flächen insbesondere für die Graphische Sammlung schaffen sollte, wurden aus finanziellen Gründen zurückgestellt; Nutzungsrechte hierfür wurden 2019 von der Stiftung Pinakothek der Moderne erworben.
Architektur
Städtebaulich liegt die Pinakothek der Moderne im Herzen des Kunstareals an der Barer Straße und bildet eine verbindende Station zwischen Alter und Neuer Pinakothek sowie der Innenstadt. Der Entwurf von Stephan Braunfels setzt auf eine klare Baufigur und auf eine Erschließung, die Beziehungen im Quartier sichtbar macht. Zwei Zugänge strukturieren diese Idee: ein Zugang im Nordwesten über eine Pfeilerhalle mit Ausrichtung auf die benachbarten Pinakotheken sowie ein weiterer Eintritt im Südosten über eine verglaste Loggia im Bereich eines Wintergartens.
Im Inneren bestimmt eine zentrale Rotunde die Raumorganisation. Von dieser zweischaligen Konstruktion führen zwei große Treppenanlagen in die unterschiedlichen Sammlungsbereiche. Der Gesamtdurchmesser der Rotunde beträgt 30 Meter, womit das Foyer als räumlicher Mittelpunkt der Rundgänge wirkt. Eine diagonale Achse verbindet die Eingänge und lenkt die Bewegung in die Mitte des Hauses. Um die Rotunde gruppieren sich Ausstellungsräume, die auf quadratischen Grundrissen basieren und unterschiedliche Raumabfolgen zulassen. Durchblicke und Perspektivwechsel entstehen aus der Kombination von offenen Hallenbereichen und klar gefassten Sälen.
Die Verteilung der Institutionen folgt einer funktionalen Schichtung: Im Untergeschoss befindet sich die Designsammlung. Das Erdgeschoss enthält Flächen für Architektur, Graphik sowie Wechselausstellungen. Im Obergeschoss sind die Bereiche der Sammlung Moderne Kunst gegliedert, mit klassischer Moderne im Westflügel und Gegenwartskunst im Ostflügel. Tageslicht wird über hohe Lichträume bis in tiefere Ebenen geführt. Umlaufende Galerien in den oberen Geschossen ermöglichen Einblicke in mehrere Ausstellungsebenen; eine Lichtkuppel schließt den zentralen Bereich nach oben ab.
Materialität und Konstruktion prägen den äußeren Eindruck. Der Bau erscheint als rechteckiger Block aus Sichtbeton, Glas und Stahl. Die Außenwände bestehen aus einer zweischaligen Konstruktion mit massivem Ortbeton im Inneren und großflächigen, fugenlos betonierten Fassadenelementen als Außenschale. Diese Ausführung stellt hohe Anforderungen an die Schalungstechnik und betont den monolithischen Charakter des Gebäudes. Ergänzend sind im Untergeschoss besondere Raumlösungen vorgesehen, darunter die Danner-Rotunde als Ausstellungsraum im Umfeld der Rotunde.
Ausstellungen und Sammlungen
Unter dem Dach der Pinakothek der Moderne arbeiten vier Museen mit jeweils eigener Sammlung, eigenem Profil und spezifischen Präsentationsformen. Diese Konstellation schafft ein breites Spektrum von Kunst, Graphik, Architektur und Design, ohne die fachlichen Schwerpunkte zu verwischen. Gezeigt werden Gemälde, Skulpturen, Fotografie, Neue Medien, Arbeiten auf Papier, Modelle, Entwürfe sowie Objekte der angewandten Gestaltung. Der Museumsbetrieb kombiniert dauerhaft angelegte Präsentationen mit wechselnden Formaten, die konservatorische Anforderungen berücksichtigen.
Die Sammlung Moderne Kunst der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen setzt dort an, wo die Neue Pinakothek inhaltlich endet, und konzentriert sich auf Kunst nach etwa 1900 bis in die Gegenwart. Die Staatliche Graphische Sammlung München umfasst Bestände der Zeichenkunst und Druckgraphik über viele Jahrhunderte; wegen Lichtempfindlichkeit werden dort vor allem Wechselausstellungen realisiert. Die Neue Sammlung – The Design Museum zeigt die Entwicklung von Design und angewandter Kunst seit der Zeit um 1900 bis zur unmittelbaren Gegenwart und arbeitet mit thematisch weit gefächerten Objektgruppen. Das Architekturmuseum der TUM präsentiert Wechselausstellungen aus einem großen Bestand an Zeichnungen, Entwürfen, Modellen sowie ergänzenden Medien.
Thematische Gliederung der Ausstellungen der Pinakothek der Moderne
- Kunst
Präsentationen von klassischer Moderne bis Gegenwart, mit Malerei, Plastik, Fotografie und Neuen Medien als zentralen Werkgruppen. - Graphik
Wechselausstellungen zu Zeichnung und Druckgraphik aus unterschiedlichen Epochen, aus konservatorischen Gründen in zeitlich begrenzten Formaten. - Architektur
Ausstellungen mit Entwurfszeichnungen, Modellen und Archivalien, ergänzt durch Film- und Animationsmaterial aus dem Bestand der TUM. - Design
Schauen zur Geschichte und Gegenwart der Gestaltung, von Industriedesign über Alltagsobjekte bis zu Spezialgebieten wie Schmuck, Möbel oder Mobilität. - Wechselnde Sonderformate
Zusätzliche Präsentationen in dafür vorgesehenen Räumen, die fachübergreifende Perspektiven ermöglichen, ohne die Zuständigkeiten der Sammlungen aufzulösen.
Besondere Höhepunkte der Sammlungen der Pinakothek der Moderne
- Sammlung Moderne Kunst
Thematische Neupräsentation MIX & MATCH seit dem Jubiläum im September 2022. - Staatliche Graphische Sammlung München
Bestände von Zeichnung und Druckgraphik mit Schwerpunkt auf Wechselausstellungen. - Die Neue Sammlung – The Design Museum
Präsentation zur Geschichte und Entwicklung von Design seit circa 1900. - Architekturmuseum der TUM
Ausstellungen aus Beständen mit Zeichnungen, Entwürfen und Modellen namhafter Architekten.
Durch die parallele Präsentation eigenständiger Sammlungen entsteht ein Museumsgefüge, das historische Entwicklungen der Moderne strukturiert darstellt und zugleich Raum für zeitgenössische Positionen lässt.
Tickets, Preise und Angebote
Die Pinakothek der Moderne bietet Tickets für unterschiedliche Besuchergruppen an. Der reguläre Eintritt kostet 10,00 €, ermäßigte Tickets 7,00 € gelten für Studenten, Auszubildende, Schwerbehinderte und Senioren, und an Sonntagen beträgt der Eintritt nur 1,00 €. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Tickets können an der Museumskasse oder online gekauft und digital oder ausgedruckt beim Einlass vorgezeigt werden.
Wer mehrere Museen oder Sehenswürdigkeiten in München besuchen möchte, profitiert vom Turbopass München. Je nach Variante gewährt er Rabatte oder sogar freien Eintritt in die Pinakothek der Moderne, spart Geld und bietet optional die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs.
Museen in der Umgebung der Pinakothek der Moderne
Die Pinakothek der Moderne vereint Kunst, Design, Architektur und Graphik des 20. und 21. Jahrhunderts unter einem Dach und macht die Vielfalt moderner Gestaltung erfahrbar. Eingebettet in das Münchner Kunstareal laden weitere renommierte Museen dazu ein, unterschiedliche Disziplinen und Epochen der Kunst- und Kulturgeschichte im unmittelbaren Austausch zu entdecken.
Adresse, Öffnungszeiten und Kontaktinfos
Um Ihren Besuch im Museum zu planen, finden Sie hier alle wichtigen Informationen zur Adresse, zu den Öffnungszeiten und zu den Kontaktmöglichkeiten der Pinakothek der Moderne in München.
Adresse
Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München
Deutschland
Öffnungszeiten
- Montag geschlossen
- Dienstag bis Mittwoch
10:00 – 18:00 Uhr - Donnerstag
10:00 – 20:00 Uhr - Freitag bis Sonntag
10:00 – 18:00 Uhr
Kontakt
- Telefon:
+49 89 23805-360 - Website:
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